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Badisch-schwäbische Gegensätze: KSC empfängt Heidenheim

Abstiegsplatz, 20 Gegentore, frustrierte Fans: Beim Karlsruher SC stockt der Umbruch gewaltig. Vor dem Landesduell in der 2. Liga mit dem 1. FC Heidenheim fällt auch noch der Abwehrchef aus.

Von David Joram, dpa

30.10.2026

Blau-Weiß gegen Blau-Rot: Am Samstag kommt es zum Baden-Württemberg-Duell zwischen dem KSC und Heidenheim. (Archivbild)Tom Weller/dpa

Blau-Weiß gegen Blau-Rot: Am Samstag kommt es zum Baden-Württemberg-Duell zwischen dem KSC und Heidenheim. (Archivbild)Tom Weller/dpa

© Tom Weller/dpa

Geht es nach den Spieltagsplanern, ist die Krise des Karlsruher SC vielleicht gar keine. Sie haben das badisch-schwäbische Duell mit dem 1. FC Heidenheim als Samstagabend-Topspiel (20.30 Uhr/Sky) angesetzt. Allerdings steckt der KSC so tief im Tabellenkeller, dass von einer Spitzenpartie im Wildpark kaum die Rede sein kann. Höchstens von einem Gipfel der Gegensätze.

Heidenheim liegt knapp hinter den Aufstiegsplätzen, Karlsruhe auf einem Abstiegsplatz. Der FCH reist mit 15 Punkten an und mit Dauertrainer Frank Schmidt. Der KSC sammelte erst acht Zähler, nachdem er sich im Sommer nach sechseinhalb Jahren von Coach Christian Eichner getrennt hatte.

Im Soll: FCH-Coach Frank Schmidt kann auf der Ostalb gewohnt ruhig seiner Arbeit nachgehen. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa

Im Soll: FCH-Coach Frank Schmidt kann auf der Ostalb gewohnt ruhig seiner Arbeit nachgehen. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa

© Swen Pförtner/dpa

„Unglaublich konsistente Geschichte im europäischen Fußball“

Neu-KSC-Trainer Maximilian Senft hat den Weg der Gäste „selbstverständlich“ verfolgt. „Es ist ja einfach eine unglaublich konsistente Geschichte im europäischen Fußball, wenn man sich Heidenheim ansieht.“ Nach dem Abstieg habe sich der FCH wieder „richtig gut gefangen“. Die Gäste „spielen richtig gut, und ich denke, voll und ganz in ihrer Idee“.

Für die Karlsruher gilt eher das Gegenteil. Der forcierte Umbruch mit neuem Trainer und elf Neuzugängen stockt gewaltig. Nach dem tristen Pokal-Auftritt in Mönchengladbach (0:2) und zuletzt sechs Niederlagen aus acht Spielen ist der KSC im Krisenmodus.

Dass es solche Phasen geben könne, sei normal, hatte Sportdirektor Timon Pauls schon vor fünf Wochen nach dem 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg betont. „Wir haben extrem viel umgestellt, es ist ein komplett neuer Stil, den wir spielen“, sagte Pauls. Laufintensiver, offensiver, attraktiver sollte alles werden. Phasenweise war das auch zu sehen, spiegelte sich aber zu selten in den Ergebnissen wider.

KSC ohne Abwehrchef Franke

20 Gegentore zeugen indes davon, dass dem KSC die Balance fehlt. Kein Zweitligist kassierte nach neun Spielen mehr. Gegen Heidenheim fällt auch noch Abwehrchef Marcel Franke krankheitsbedingt aus. Von einem möglichen Abstiegskampf will Senft aber noch nichts wissen, dafür sei die Saison noch zu lang.

Zähne zeigen: Der KSC mit Neu-Trainer Maximilian Senft steht stark unter Druck. (Archivbild)Anke Waelischmiller/dpa

Zähne zeigen: Der KSC mit Neu-Trainer Maximilian Senft steht stark unter Druck. (Archivbild)Anke Waelischmiller/dpa

© Anke Waelischmiller/dpa

Gleichwohl ist dem Karlsruher Coach die angespannte Lage bewusst. „Wir laufen hier nicht naiv durch die Türen und sagen Friede, Freude, Eierkuchen, wir singen und tanzen jeden Tag und umarmen uns. Also es wird schon alles gut, wenn wir einfach nur daran glauben, sondern wir arbeiten hart daran.“

Ärgerlich für den Trainer: Unterschiedsspieler wie der künftige Freiburger Louey Ben Farhat oder der frühere Stuttgarter Lilian Egloff laufen ihrer Topform weit hinterher. Öffentlich verteidigt der Coach den 20-jährigen Ben Farhat und den vier Jahre älteren Egloff: „Es ist nicht so, dass das Geräte sind, in die man was reintippt und wo was rauskommt.“ Beide hätten eben ihre Geschichten mit „Verletzungsthematik“ (Egloff) und „Transferthematik“ (Ben Farhat) gehabt.

Senft: „Mit dem Zauberstab schwenken“ hilft nicht

„Das Wichtige ist hier, nicht naiv zu glauben, man kann mit dem Zauberstab schwenken“, sagte Senft. „Gemeinsam hart weiterarbeiten“, laute die Devise. Nur: Wie groß ist die Geduld des anfangs wohlwollenden Umfelds noch? 

Beim 1:6 in Magdeburg verließen Teile der KSC-Fans das Stadion vorzeitig, nach dem Pokal-Aus bat Senft die 4.000 Mitgereisten um Entschuldigung. Gegen Heidenheim, das mit den Ex-Karlsruhern Budu Siwsiwadse, Mikkel Kaufmann und Jonas Föhrenbach anreist, erwartet der Anhang eine deutliche Reaktion.

Ex-KSC-Stürmer Budu Siwsiwadse (l) kehrt in den Wildpark zurück - nun in Heidenheimer Diensten. (Archivbild)Tom Weller/dpa

Ex-KSC-Stürmer Budu Siwsiwadse (l) kehrt in den Wildpark zurück - nun in Heidenheimer Diensten. (Archivbild)Tom Weller/dpa

© Tom Weller/dpa

Gelassener kann der FCH in die Partie vor mindestens 28.000 Zuschauern, darunter 2.000 Heidenheimer, gehen. Größtes FCH-Thema war die gegen Cottbus (1:1) mangelnde Chancenverwertung. „Da habe ich gar keine Lust mehr, drüber zu reden“, sagte Schmidt. Im Training habe sich seine Elf „den Frust von der Seele geballert“. Sollte sein Team wieder so viele Möglichkeiten erhalten, „dann werden wir auch treffen“, versprach der Coach.

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