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Aufgepäppelte Seehunde kehren zurück ins Wattenmeer

Drei gerettete Jungtiere kehren nach erfolgreicher Pflege ins Meer zurück. Während die Auswilderung für die Experten von der Küste Routinearbeit ist, erlebt ein Bundesminister eine Premiere.

Von dpa

27.08.2026

Ab in die Freiheit: Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD, Mitte) ist auf der Nordseeinsel Juist erstmals bei einer Auswilderung dabei. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Ab in die Freiheit: Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD, Mitte) ist auf der Nordseeinsel Juist erstmals bei einer Auswilderung dabei. Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Vom Findelkind zum Freischwimmer: Drei gerettete Jungtiere aus der Seehundstation Norddeich sind auf der Insel Juist ausgewildert worden. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) entließen die Seehunde gemeinsam am Strand in die Freiheit. Zuvor besuchten die Minister die Station in Norddeich und fütterten dort die Tiere.

Die Heuler waren von ihren Müttern getrennt aufgefunden und in der Seehundstation aufgepäppelt worden. Nun sind sie genesen und wurden zurück in ihren natürlichen Lebensraum gebracht. 

In der Seehundstation werden aktuell 80 Heuler betreut. Damit die Jungtiere erfolgreich ausgewildert werden können, müssen sie ein Mindestgewicht von 25 Kilogramm erreichen. Die Auswilderung erfolgt nach dem internationalen Seehund-Management-Plan.

Nach einer erfolgreichen Aufzucht in der Seehundstation Norddeich werden auf der Nordseeinsel Juist Seehunde ausgewildert. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Nach einer erfolgreichen Aufzucht in der Seehundstation Norddeich werden auf der Nordseeinsel Juist Seehunde ausgewildert. Hauke-Christian Dittrich/dpa

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

Anstieg der Population in Niedersachsen um 14 Prozent

Die Bestände in den Nordsee-Anrainerstaaten Niederlande, Deutschland und Dänemark werden jährlich synchron gezählt. Wenn die Seehunde bei Niedrigwasser auf den trocken gefallenen Liegeplätzen ruhen, finden die Zählungen statt. In der niedersächsischen Nordsee leben rund 23.700 Seehunde im Wattenmeer. Obwohl die Population langfristig rückläufig ist, wurde im Zähljahr 2025/26 ein Anstieg von 14 Prozent registriert.

Für Meyer ist die Freilassung auch eine Anerkennung der Arbeit der Seehundstation. Bereits im Mai hatte der Minister die Freilassung dreier Kegelrobben aus der Einrichtung begleitet. Jetzt war erstmals Bundesumweltminister Schneider bei einer Auswilderung dabei.

Seehund gefunden – und jetzt?

Trifft man am Strand auf einen Seehund, gilt zunächst: Abstand halten und nicht anfassen. Vor allem zwischen Juni und August können die Tiere von ihren Müttern getrennt sein und benötigen nur dann Hilfe, wenn es sich tatsächlich um einen Heuler handelt. Von September bis Mai sind Seehund-Jungtiere in der Regel selbstständig und brauchen vor allem Ruhe.

Ein Tier sollte daher nur bei offensichtlichen Verletzungen gemeldet werden oder wenn im Sommer ein Verdacht auf einen verwaisten Heuler besteht. Die Meldung erfolgt telefonisch unter +4931 97 33 30 bei der Seehundstation.

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