Antisemitismus: Rias erfasst 251 Vorfälle in Sachsen
Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 erleben Jüdinnen und Juden in Deutschland wieder mehr Hass und Anfeindungen. Wie hat sich die Zahl in Sachsen entwickelt?
In Sachsen zählte Rias 251 antisemitische Vorfälle. Christoph Soeder/dpa
© Christoph Soeder/dpa
Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Sachsen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. 2025 wurden 251 Fälle im Freistaat gezählt, wie aus dem Jahresbericht des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) hervorgeht. Im Jahr zuvor erfasste RIAS Sachsen 349 Vorfälle. 2023 listete die Meldestelle 192 antisemitische Vorfälle für den Freistaat auf.
Eine Trendumkehr sieht Rias Sachsen vorerst aber nicht. Dazu müsse man die nächsten Jahre abwarten, so ein Sprecher. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 sei eine Zäsur gewesen. Seither gebe es ein „höheres Fallaufkommen.“
Rias steht für Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus. Die Stellen in zwölf Bundesländern dokumentieren und prüfen Fälle, die Betroffene oder Zeugen melden. Es sind also nicht nur strafbare Taten wie Angriffe, Bedrohungen oder Beleidigungen, sondern auch verletzende oder einschüchternde Äußerungen und Vorfälle im Alltag und im Internet.
Bundesweit haben die Meldestellen des Bundesverbands Rias vergangenes Jahr 8.725 antisemitische Vorfälle erfasst. Das waren in etwa so viele wie 2024 (8.713), aber mehr als dreimal so viele wie im Jahr vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023.