Algen machen Popcorn bunt – Hochschule zeigt neue Produkte
Grünes, rotes oder blaues Popcorn: Die Hochschule Anhalt zeigt auf der Grünen Woche, wie Algen für Farbe sorgen. Sie können aber noch deutlich mehr.
Pappbecher mit durch Mikroalgen gefärbtem Popcorn stehen in der Lehrküche der Hochschule Anhalt auf einem Tisch.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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In ihren Laboren treibt die Hochschule Anhalt die Algenforschung voran - auf der Grünen Woche in Berlin präsentiert sie jetzt wieder entwickelte Produkte. Messebesucher können etwa Popcorn probieren, das auf Algenbasis grün, rot oder blau gefärbt wurde. Es solle die Anwendung der Forschung für die Verbraucher sichtbar gemacht werden, sagt der Leiter des Technikums für Nahrungszubereitung an der Hochschule Anhalt, Robert Hanauska. Die Grüne Woche beginnt am Freitag und geht bis zum 25. Januar.
In der Lehrküche auf dem Campus Bernburg-Strenzfeld poppt das Popcorn in der Maschine auf, die Ökotrophologie-Studierenden Franziska und Christopher Kehling geben den Algenfarbstoff in Pulverform hinzu. Bei der Messe in Berlin soll das Popcorn ein Hingucker werden. Es geht aber um weit mehr als die Optik.
Dahinter steht eine Tradition von Algenforschung an der Hochschule Anhalt, die in ein Mitteldeutsches Algenzentrum mündet. Im Dezember habe der Landtag die Gründung beschlossen, sagt Algenforscherin Carola Griehl, die sich seit zwei Jahrzehnten der Grundlagenforschung widmet. Ab 2027 voraussichtlich werde am Standort Köthen gebaut, die Projektplanung laufe, so Griehl.
Unterschiedliche Mikroalgen seien die Basis für die rote, blaue und grüne Farbe des Popcorns, erklärt Griehl. Für die Forscherin stehen aber ganz andere Eigenschaften der Algen im Vordergrund: Die einen enthalten besonders viel Vitamin B12, das vor allem Vegetarier und ältere Menschen zusätzlich bräuchten. Andere hätten eine antientzündliche Wirkung oder könnten zellverjüngend wirken.
Die gesundheitsfördernde Wirkung der Algen sei für die Industrie interessant, sagt Griehl. Und so würden auf der Grünen Woche auch ein blaues Algen-Bier, ein blauer Algen-Smoothie und ein Algen-Eis präsentiert. Gemeinsam mit einer Firma stelle die Hochschule einen Eierlikör in hellblauer Farbe vor - die basiert auf einer Alge.
Auch in den vergangenen Jahren ist die Hochschule schon bei der Grünen Woche dabei gewesen, etwa mit blauem Brot mit Algen, Schafsmilchsofteis oder Erbsbrötchen. An Eiswaffeln aus Maismehl forschen die Wissenschaftler noch. „Nur jede Zweite bäckt richtig durch“, sagt Hanauska.
Das Popcorn wird auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Christopher und Franziska Kehling, Studenten an der Hochschule Anhalt, färben in der Lehrküche der Hochschule Popcorn.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Die Farbe stammt von Mikroalgen. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Franziska Kehling, Studentin an der Hochschule Anhalt, zeigt farbiges Popcorn, das in der Lehrküche der Hochschule mit Mikroalgen bunt eingefärbt wurde.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Mit Mikroalgen gefärbtes Popcorn in den Händen eines Ökotrophologie-Studenten der Hochschule Anhalt.Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Robert Hanauska von der Hochschule Anhalt in der Lehrküche. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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