100. Stolperstein verlegt: Cottbus erinnert an NS-Opfer
Mit vier neuen Gedenksteinen erinnert die Stadt Cottbus an Menschen, die Opfer der NS-Verfolgung wurden. Die Messingblöcke holen ihre Namen zurück an die Orte, an denen sie einst lebten.
Der 100. Stolperstein in Cottbus erinnert an das Schicksal des Ingenieurs Eugen Heilbrun, der in der Stadt lebte und 1942 im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet wurde. Frank Hammerschmidt/dpa
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In Cottbus ist der 100. Stolperstein für die Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden. Mit drei weiteren neu eingesetzten Steinen erinnert die Stadt seit heute damit an insgesamt 103 Opfer der NS-Diktatur. Sie zu verlegen übernahm der Künstler Gunter Demnig selbst.
Stein für Eugen Heilbrun
Der 100. Stolperstein wurde vor dem Haus Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 13 ins Straßenpflaster eingelassen. Er erinnert an den Ingenieur Eugen Heilbrun, der seit 1902 in Cottbus lebte. Nach Angaben der Stadt galt er nach den nationalsozialistischen Gesetzen als Jude. Er wurde 1941 ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert und starb dort am 12. März 1942.
Drei weitere Stolpersteine wurden anschließend vor dem Haus Klosterstraße 25 für Mitglieder der Familie Kaczka verlegt. Die Familie lebte dort seit 1919 mit fünf Kindern. Die Eltern Fischel und Malka Ides Kaczka wurden den Angaben zufolge Ende Oktober 1938 an die polnische Grenze deportiert.
Später lebten sie in Poznan und ab 1940 im Ghetto in Lodz, wo sie vermutlich ermordet wurden. Ihr Sohn Gustav war laut Stadt schon vor 1938 wegen Depressionen in einer Berliner Heilanstalt untergebracht. 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Stolpersteine als Erinnerung
Stolpersteine erinnern an verhaftete, deportierte und ermordete Menschen der NS-Zeit. Sie werden vor dem letzten freiwilligen Wohnort der Opfer verlegt. Finanziert wird die Aktion nach Angaben der Stadt durch Spenden.
Der Künstler Gunter Demnig hat den 100. Stolperstein für die Opfer des Nationalsozialismus in Cottbus verlegt.Frank Hammerschmidt/dpa
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