Tennis

„Diese Dinge müssen weg“: Werbeaufsteller als Stolperfalle

Die Veranstalter der French Open machen mit Sponsorenvertragen viel Geld - nehmen sie dabei ein erhöhtes Verletzungsrisiko für die Tennisprofis in Kauf? Diese Frage drängt sich nach einem Vorfall auf.

Von dpa

29.05.2026

Zeynep Sönmez bei einem Match bei den French Open. (Archivbild)Frank Molter/dpa

Zeynep Sönmez bei einem Match bei den French Open. (Archivbild)Frank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Ein Stolperer an einem Werbeaufsteller hat zum Aus des Tennis-Doppels von Tatjana Maria und Zeynep Sönmez geführt - und die Gefahrendebatte bei den French Open angeheizt. Forderungen nach einem Entfernen der Gegenstände kommen auf.

„DIESE DINGE MÜSSEN WEG. Hatte gestern Nacht Glück, aber nächstes Mal vielleicht nicht mehr...“, schrieb die britische Tennisspielerin Katie Boulter, die in Paris mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, bei X. 

Sönmez, die sich beim Sturz verletzt hatte und aufgeben musste, antwortete direkt auf diesen Post. „Ich stehe zu Katie. 5 Vorfälle in 5 Tagen. Ich habe den Platz mit 2 Stichen und einem geprellten Knie verlassen. Zum Glück war es nicht schlimmer“, schrieb die Türkin: „Müssen wir wirklich warten, bis ein Spieler schwer verletzt ist, bevor die Aufsteller am Spielfeldrand entfernt werden? Die Sicherheit der Spieler muss an erster Stelle stehen.“

Das war passiert

Sönmez war bei einem langen Ball bis weit hinter die Grundlinie gelaufen, die Augen größtenteils auf den Ball gerichtet. Dann blieb die 24-Jährige mit dem linken Fuß an dem grünen Aufsteller auf Schienbeinhöhe, der den Namenszug einer Modemarke trägt, hängen. Auch mit dem rechten Fuß stolperte sie über den Gegenstand und fiel zunächst gegen die Abgrenzungsplane und dann auf die Knie. 

Die deutsche Spielerin Maria eilte zu Hilfe, tröstete ihre Doppel-Partnerin und half ihr auf. Das Duo gab beim Stand von 0:2 im ersten Satz gegen die Ukrainerinnen Anhelina Kalinina und Dayana Yastremska auf. Der Rückzug sei „aufgrund einer Knieverletzung“ von Sönmez erfolgt, schrieb der Sender beIN Sports bei X.

Swiatek: „Muss reagiert werden“

Auch die Turnier-Mitfavoritinnen Marta Kostjuk und Iga Swiatek äußerten ihr Unverständnis über die Aufsteller, die am hinteren Ende der Plätze stehen. „Es ist wirklich gefährlich“, sagte die Ukrainerin Kostjuk. Sie selbst hatte bei einer ähnlichen Situation den Ball lieber durchgelassen. „Ich spiele diesen Ball nicht voll, weil ich lieber den Punkt verliere, als mich zu verletzen.“ 

Swiatek forderte Konsequenzen. „Wenn so etwas passiert, muss natürlich reagiert werden, denn es gibt ja andere Möglichkeiten, präsent zu sein“, sagte die Polin. Sie erklärte: „Auf Sandplätzen brauchen wir natürlich mehr Platz, weil die Bälle höher fliegen und man den Platz mit Spin und so weiter besser nutzen kann.“

Belgischer Spieler denkt über Schadensersatzforderung nach

Es ist nicht das erste Mal, dass bei den French Open in diesem Jahr eine Stolperfalle auf dem Platz der Grund für eine Aufgabe ist. Der Belgier Alexander Blockx musste sein Zweitrunden-Match gegen den Australier Alex de Minaur kurzfristig wegen einer Knöchelverletzung absagen, nachdem er auf der Trainingsanlage laut Team-Angaben über eine Abdeckung am hinteren Teil des Platzes gestolpert war. 

Nach Angaben von Blockx-Trainer Ruben Bemelmans denke das Team über Schadenersatzforderungen nach. „In meinen Augen sollte das dort entweder gar nicht liegen oder es müsste eine andere Lösung geben“, sagte Bemelmans dem Portal „The Athletic“. Die Plätze seien ohnehin schon sehr schmal.

Iga Swiatek hat eine klare Meinung zu den Werbeaufstellern im Hintergrund. Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

Iga Swiatek hat eine klare Meinung zu den Werbeaufstellern im Hintergrund. Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

© Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

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