Eishockey

Komplexe Tabelle, Stürmersuche beendet: DEB mit Siegpflicht

Auch nach vier Niederlagen bleibt das WM-Viertelfinale für das Eishockey-Nationalteam noch möglich. Die Ausgangslage ist kompliziert und die Mannschaft kämpft mit Unsicherheiten auf und neben dem Eis.

Von Tobias Brinkmann, dpa

21.05.2026

Die deutsche Mannschaft lieferte sich mit den USA einen harten Fight um WM-Punkte.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

Die deutsche Mannschaft lieferte sich mit den USA einen harten Fight um WM-Punkte.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

© Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

Nur ein Punkt nach vier Spielen - und dennoch ist die Hoffnung auf das Viertelfinale bei der Eishockey-Weltmeisterschaft groß. „Wir müssen die Ungarn wegschlagen“, kündigte Marc Michaelis an. „Das ist die nächste Aufgabe.“ Mit den Ungarn am Freitag (16.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport) wartet der erste Außenseiter auf das Team von Bundestrainer Harold Kreis. Österreich und zum Abschluss Großbritannien folgen. Es bleiben allerdings weiterhin viele Fragezeichen - auf und vor allem neben dem Eis.

Die sportliche Führung wirkt in Zürich planlos. Nach dem Handbruch und der Abreise von Daniel Fischbuch suchte Sportvorstand Christian Künast nach Ersatz. Am Ende wurde er doch noch fündig. Alexander Karachun von den Schwenninger Wild Wings ist in die Schweiz gereist und kann bereits am Freitag sein Debüt geben. 

Der Neu-Kölner Marcel Noebels wurde zuerst kontaktiert, hat offiziell wegen einer Verletzung aber abgesagt. Ob Dominik Bokk, vor einer Woche für NHL-Profi Lukas Reichel aus dem Kader gestrichen, noch zur Verfügung steht und trotz seiner Ausbootung noch einmal zurückkehren würde, konnte Künast nicht sagen. „Wenn jemand schon im Urlaub ist, dann ist er im Urlaub“, stellte Künast fest. 

Leichter Aufwärtstrend auf dem Eis

Sportlich scheint das Team von Bundestrainer Harold Kreis nach den drei Niederlagen zum Auftakt zumindest wieder auf Kurs zu sein. Der gute Auftritt beim 3:4 nach Penaltyschießen gegen die USA sorgte für neues Selbstbewusstsein, für Euphorie ist es aber noch immer zu wenig. „Ich habe das Gefühl, zu Hause wird nicht viel an uns geglaubt“, sagte Michaelis. „Aber die Mannschaft glaubt an sich. Das haben wir heute über 60 Minuten hinweg gezeigt.“

Nationalspieler Marc Michaelis jubelt über seinen ersten Turniertreffer.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

Nationalspieler Marc Michaelis jubelt über seinen ersten Turniertreffer.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

© Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

Doch auch in der Mannschaft läuft noch längst nicht alles rund. Einige Profis wie die Berliner Meisterspieler Kai Wissmann, Frederik Tiffels oder Mannheims Leon Gawanke zeigten sich deutlich formverbessert. Aber auch gegen die USA lud die DEB-Abwehr den Gegner vor allem beim ersten Gegentor förmlich ein. Die individuellen Fehler vor den Gegentoren ziehen sich wie ein roter Faden durch das Turnier.

Die Offensive trifft endlich

Nur dank des Erfolgs von Österreich gegen Lettland (3:1) sind die Chancen auf die Runde der besten Acht überhaupt noch intakt. Gegen die im Vergleich zur vergangenen WM und zu Olympia komplett neu formierten US-Boys steigerte sich das Kreis-Team vor allem in der Offensive und verlor erst im Penaltyschießen. Am Ende stand dennoch die vierte Niederlage im vierten Spiel. Womöglich kann aber der erkämpfte Punkt in der Tabelle noch den Unterschied machen.

Die Konstellation in der Gruppe A ist kompliziert. Drei deutsche Siege nach regulärer Spielzeit sind Pflicht. Mit zehn Punkten wäre die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes aber nicht gesichert unter den ersten vier Plätzen, die zur Teilnahme an der K.o.-Runde berechtigen. Auch die Konkurrenz muss mitspielen. Österreich darf kein Spiel mehr gewinnen, auch Lettland darf von vier ausbleibenden Partien maximal noch zwei gewinnen. Nur dann steht die Nationalmannschaft trotz des schlechten Starts im Viertelfinale.

NHL-Torhüter Philipp Grubauer stand auch gegen die USA im Mittelpunkt.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

NHL-Torhüter Philipp Grubauer stand auch gegen die USA im Mittelpunkt.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

© Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

Viel Verkehr vor Philipp Grubauer: Der NHL-Keeper beschwerte sich über den dritten Gegentreffer gegen die USA.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

Viel Verkehr vor Philipp Grubauer: Der NHL-Keeper beschwerte sich über den dritten Gegentreffer gegen die USA.Andreas Becker/KEYSTONE/dpa

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