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Kaufmann über Hassbotschaften: „Mache ich mich eher lustig“

Vor einem Monat machte Tischtennis-Star Annett Kaufmann Morddrohungen im Internet gegen sie öffentlich. Vor dem Start der Team-WM spricht sie offen über ihren Umgang damit.

Von dpa

01.05.2026

Tischtennis-Star Annett Kaufmann spricht über Hassnachrichten im Internet. (Archivbild)Manfred Schillings/dpa

Tischtennis-Star Annett Kaufmann spricht über Hassnachrichten im Internet. (Archivbild)Manfred Schillings/dpa

© Manfred Schillings/dpa

Tischtennis-Star Annett Kaufmann möchte sich von Morddrohungen und Hasskommentaren im Internet nicht einschüchtern lassen. „Ich stelle mir dann immer vor: Da sitzt jemand auf dem Sofa, sieht mich spielen und sagt sich: Der zeige ich es jetzt. Über solche Leute mache ich mich eher lustig“, sagte die deutsche Nationalspielerin der Deutschen Presse-Agentur vor dem ersten Spiel bei der Team-WM an diesem Samstag gegen Frankreich (11.00 Uhr/Dyn). „Wenn diese Person vor mir stehen würde, würde sie mir das Gleiche wahrscheinlich niemals direkt ins Gesicht sagen können. Hasskommentare sagen immer etwas über die aus, die sie schreiben.“

Die 19 Jahre alte Junioren-Weltmeisterin von 2024 hatte im vergangenen Monat Kommentare bis hin zu Morddrohungen gegen sie in den sozialen Netzwerken öffentlich gemacht. Der deutsche Nationalspieler Benedikt Duda berichtete mehrfach von ähnlichen Botschaften im Netz, die mutmaßlich von Menschen verfasst wurden, die zuvor Sportwetten auf seine Spiele abgeschlossen hatten.

Profisport nicht nur „Funkeln und Glitzer“

„Mir ist wichtig, dass dieses Thema eine große Aufmerksamkeit bekommt“, sagte Kaufmann. „Wir Sportler sind vieles gewohnt, weil wir in der Öffentlichkeit stehen. Was ich aber anhand vieler Reaktionen bei mir gemerkt habe: Vielen Leuten ist nicht bewusst, was in sozialen Netzwerken teilweise passiert. Und viele denken, dass das Leben eines Profisportlers nur Funkeln und Glitzer bedeutet.“

Nachdem sie selbst bei einem Talkformat der „Stuttgarter Zeitung“ und der „Stuttgarter Nachrichten“ im März über die Exzesse in den sozialen Medien berichtet hatte, hätten ihr viele Bekannte zu einer Strafanzeige geraten. „Aber das ist bei anonymen Accounts und Fake-Profilen teilweise nicht möglich“, sagte Kaufmann. „Und ich persönlich sehe es nicht ein, diesen Leuten so viel Energie zu widmen. Jeder darf seine Meinung haben. Hass, Morddrohungen und Sexismus kann man nicht akzeptieren. Aber ansonsten liegt es an mir selbst, wie viel Wert ich einer Meinung gebe. Und für mich hat nur die Meinung von Leuten einen Wert, die mir wichtig sind.“

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