Ex-DFB-Boss: Montagliani als Gegenkandidat zu Infantino
Wolfgang Niersbach sieht Victor Montagliani als möglichen Herausforderer für Gianni Infantino. Doch bislang fehlt eine klare Alternative für das Amt des FIFA-Präsidenten.
Ex-DFB-Boss Wolfgang Niersbach äußert sich zur Krise beim Fußball-Weltverband FIFA. (Archivbild)Sven Hoppe/dpa
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Für den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach wäre Concacaf-Präsident Victor Montagliani ein geeigneter Gegenkandidat zum umstrittenen FIFA-Boss Gianni Infantino. Er halte den Kanadier für einen „fähigen Mann“, sagte der langjährige Funktionär dem Internetportal t-online.de. Es fehle aber noch „eine wirkliche Alternative“, es habe sich noch „niemand nachdrücklich positioniert“.
Deshalb ist Niersbach auch vorsichtig, ob es der Europäischen Fußball-Union wirklich gelinge, Infantino zu stürzen. Der 75-Jährige verweist auf die Vergangenheit, als die UEFA bereits zweimal mit einem Kandidaten gescheitert sei. 1998 hatte der damalige UEFA-Boss Lennart Johansson gegen Sepp Blatter verloren, vier Jahre später unterlag der von Europa unterstützte Afrikaner Issa Hayatou gegen den Schweizer.
Niersbach verwundert über Infantino
Niersbach, der von 2012 bis 2015 den Deutschen Fußball-Bund anführte, wundert sich über die Wandlung von Infantino. Er habe ihn damals in der Rolle des UEFA-Generalsekretärs als „kompetent, hochprofessionell, zuverlässig“ erlebt. „Gianni hat den Laden als Volljurist sehr gut zusammengehalten und sich ganz in den Dienst der UEFA gestellt.“
Der Verdacht liege nahe, dass dieses Amt des FIFA-Präsidenten etwas mit ihm gemacht habe, so Niersbach: „Er hat zumindest allem Anschein nach all die Eigenschaften verloren, die ihn in seiner Zeit bei der UEFA ausgezeichnet haben: die Beständigkeit und die Bodenhaftung.“
Infantino steht seit der WM im Sommer unter großem Druck. Besonders seine publik gewordenen und mittlerweile zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von Investoren für zukünftige WM-Geschäfte haben für massive Entrüstung in der internationalen Fußball-Welt gesorgt. Vor allem der europäische Kontinentalverband UEFA ist auf Konfrontationskurs gegangen.