NRW möchte stärker am Rüstungsboom teilhaben
Deutschlands Konjunktur schwächelt, doch ein Wirtschaftsbereich brummt: die Waffenbranche. Nun soll der hiesigen Wirtschaft eine Plattform helfen, um lukrative Rüstungsaufträge an Land zu ziehen.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (links) mit Rheinmetall-Chef Armin Papperger beim Besuch eines Rheinmetallstandorts in Weeze, wo Bauteile für den Kampfjet F-35 gefertigt werden. (Archivbild)Oliver Berg/dpa
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Nordrhein-Westfalens Landesregierung möchte die heimische Wissenschaft und Wirtschaft stärker mit der Rüstungsbranche verzahnen, damit Arbeitsplätze neu entstehen oder gesichert werden. Das Wirtschaftsministerium teilte in Düsseldorf mit, dass es eine Plattform konzipiere, auf der Unternehmen „gemeinsam mit Forschungspartnern konkrete sicherheitsrelevante Anforderungen technologisch adressieren und in marktfähige Systeme sowie industrielle Produktionslösungen überführen“. Dabei gehe es nicht nur um Start-ups, sondern auch Großkonzerne und andere Firmen. Die Plattform heißt „Production Launch Centre Defence“ (PLCD).
Waffenfirmen im Aufwind
Deutschlands Rüstungsbranche boomt. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine bestellen Nato-Staaten viel mehr Rüstungsgüter beim Panzer- und Munitionslieferanten Rheinmetall oder beim Lenkflugkörper-Hersteller Diehl. Davon profitieren auch Zulieferer wie der Kölner Motorenhersteller Deutz.
Während die klassische Industrie wie etwa der Stahlfabrikant Thyssenkrupp Steel und der Autobauer Ford angesichts einer Auftragsflaute Tausende Jobs abbauen müssen, suchen Rüstungsfirmen nach Fachkräften. Firmen, die bislang besonders die klassische Industrie mit Bauteilen beliefern und deren Probleme nun zu spüren bekommen, wollen ihre Produktion etwas umstellen, um Produkte an die Rüstungsbranche verkaufen zu können.
Hoffnung auf mehr Investitionen
Die von der Landesregierung geplante Plattform soll dabei helfen, solche Zulieferer sowie universitäre Forschungsinstitute stärker mit den Waffenfirmen zu vernetzen. „Um den Frieden zu wahren, müssen wir wieder gezielter in unsere Verteidigungsfähigkeit investieren“, sagt NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Das Fundament dafür werde in Forschungslaboren, Fabrikhallen und Innovationszentren gelegt. „Mit dem Production Launch Centre Defence sorgen wir dafür, dass technologische Innovationen schneller einsatzfähig werden, neue industrielle Wertschöpfung entsteht und Europas technologische Souveränität gestärkt wird.“
Rheinmetall-Chef Armin Papperger sieht das PLCD als „eine Einrichtung, die den Übergang von der Entwicklung zur Serienproduktion von Verteidigungssystemen beschleunigt und optimiert – eine Brücke zwischen Prototypenbau und Serienfertigung“. „Nordrhein-Westfalen bekommt damit die Chance, sich nachhaltig als europäischer Hub für Forschung und Technologieentwicklung im Verteidigungsbereich zu etablieren.“