Wissenschaft

EZB-Präsidentin Lagarde: Könnte paar Monate früher abtreten

Seit Monaten gibt es Spekulationen, nun wird Lagarde konkreter. Sie erwägt einen vorzeitigen Rücktritt als EZB-Präsidentin. Eine Kandidatur bei der französischen Präsidentschaftswahl schließt sie aus.

Von dpa

30.09.2026

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, spricht über ihre Zukunft (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, spricht über ihre Zukunft (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat einen vorzeitigen Abgang von ihrem Posten ins Spiel gebracht. „Ich schließe nicht die Möglichkeit aus, ein paar Monate vor Ablauf meiner Amtszeit zurückzutreten, aber ich habe noch nichts Konkretes angekündigt, und eines ist sicher: 2027 werde ich noch hier sein“, sagte Lagarde der französischen Zeitung La Croix. „Sollte ich also vorzeitig zurücktreten, wird es sich nur um ein paar Monate handeln. Das wird die Welt nicht auf den Kopf stellen“, sagte die Französin, deren achtjährige Amtszeit regulär bis Oktober 2027 geht.

Eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April 2027 schloss Lagarde aus. „Das wäre überhaupt keine gute Idee“, sagte sie danach gefragt. Das sei kein vergleichbarer Job. „Da geht es zum einen um Vitalität, Energie und Kraft. Zum anderen bringt ein solches Engagement zwangsläufig gewisse Opfer mit sich. Und ich bin 70 Jahre alt.“ 

Auf die Frage, ob sie an Debatten im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen 2027 teilnehmen wolle, sagte Lagarde vage: „Meine Aufgabe besteht nun darin, dem europäischen öffentlichen Interesse zu dienen.“

Seit Monaten Spekulationen um Lagardes Zukunft

Seit Monaten halten sich Spekulationen, dass Lagarde die Europäische Zentralbank (EZB) vorzeitig verlassen könnte. Sie wurde mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos in Verbindung gebracht. Auch gab es Berichte, Lagarde wolle vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im Frühjahr abtreten. Hintergrund sind Sorgen, dass Rechtspopulisten die Wahlen gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte. 

Lagarde hatte bereits bekräftigt, dass sie nicht vor 2027 gehen werde. „Wenn sich am Horizont Wolken abzeichnen, bleibt der Kapitän auf dem Schiff. Und es sind Wolken am Horizont zu sehen“, hatte die Französin im Juli gesagt. Zuvor hatte Lagarde einen vorzeitigen Rücktritt von ihrem Amt mit Verweis auf die Präsidentschaftswahlen in Frankreich nicht ausgeschlossen.

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