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Fast 38.000 Einbürgerungen in Berlin – flacht der Trend ab?

Die Zahl der Einbürgerungen in Berlin hat sich in zwei Jahren mehr als vervierfacht. Doch Behördenchef Mazanke erwartet für 2026 keine weitere Steigerung.

Von dpa

02.01.2026

Die Zahl der Einbürgerungen in Berlin ist deutlich gestiegen. (Archivbild)Sebastian Gollnow/dpa

Die Zahl der Einbürgerungen in Berlin ist deutlich gestiegen. (Archivbild)Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Die Zahl der Einbürgerungen in Berlin ist im vergangenen Jahr nach oben geschnellt. Allerdings sei für 2026 nicht damit zu rechnen, dass sich dieser Trend fortsetze, sagte der Direktor Landesamts für Einwanderung (LEA), Engelhard Mazanke, auf dpa-Anfrage. Von Anfang Januar bis Mitte Dezember hat die Berliner Behörde 37.877 Menschen eingebürgert. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über das Thema berichtet. 

„Ich gehe davon aus, dass die Zahlen sich auf diesem Niveau stabilisieren werden“, so der Behördenchef. „Wir werden 2026 keine weiteren Steigerungen mehr sehen.“ 

Anfang 2025 hatte Mazanke gesagt, er halte 40.000 Einbürgerungen für realistisch. Dieser Wert wurde voraussichtlich bis zum Jahresende nicht ganz erreicht. Die Daten für ganz 2025 liegen zwar noch nicht vor. Mazanke geht aber von einer Größenordnung zwischen 39.000 und 39.500 aus. Das wären immerhin fast doppelt so viele wie im Jahr 2024 mit 21.811 Einbürgerungen.

„Wir sind am 1. Januar 2024 voll digitalisiert gestartet. Wir haben kein Einsparpotenzial mehr in Sachen Digitalisierung“, so der Landesamtschef. Alles, das durch mehr Verwaltungseffizienz und Personalaufbau möglich gewesen sei, sei bereits ausgeschöpft. 

Landesamt übernimmt Einbürgerung für ganz Berlin 

Seit Januar 2024 ist das Landesamt für die Einbürgerungen zuständig, zuvor waren es die Bezirke. Seitdem sind die Zahlen deutlich gestiegen. Davor bewegten sie sich jährlich nur im vierstelligen Bereich. 2023 waren es gut 9.000 Einbürgerungen. Innerhalb von zwei Jahren habe sich die Zahl damit mehr als vervierfacht, sagte Mazanke. 

Der Behördenleiter wies darauf hin, dass auch die Zahl der Ablehnungen gestiegen sei - weil die Voraussetzungen für eine Einbürgerung nicht gegeben gewesen seien. Insgesamt wurden bis Ende November mehr als 1.680 Anträge abgelehnt. „Das sind schon relativ viele“, sagte Mazanke. Die Gründe würden im Detail nicht erfasst. 

Behördenchef Engelhard Mazanke geht davon aus, dass die Zahl der Einbürgerungen nicht weiter erheblich steigen wird. (Archivfoto)David Hammersen/dpa

Behördenchef Engelhard Mazanke geht davon aus, dass die Zahl der Einbürgerungen nicht weiter erheblich steigen wird. (Archivfoto)David Hammersen/dpa

© David Hammersen/dpa

Zahl der Anträge könnte mittelfristig deutlich steigen

Künftig sei ein deutlicher Anstieg bei der Zahl der Anträge möglich. Das hänge stark von der gesamtpolitischen Stimmung ab, sagte Mazanke. Diskussionen darüber, dass bestimmte Gruppen wie etwa syrische Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückkehren sollen, könnten dazu führen, dass sich deutlich mehr von ihnen um die deutsche Staatsbürgerschaft bemühten. 

Vor allem aber sei eine solche Entwicklung mit Blick auf die Ukraine denkbar. „Die große Fluchtbewegung begann im März 2022“, sagte Mazanke. Damals seien vor allem Frauen, zum Teil mit ihren Kindern nach Deutschland gekommen. „Die Standardeinbürgerung kann nach fünf Jahren stattfinden“, so der Behördenchef. Ab März 2027 komme damit auf die Behörden voraussichtlich eine deutlich größere Zahl an neuen Einbürgerungsanträgen zu. 

Das hänge stark davon ab, wie sich die Situation in der Ukraine entwickle. „Wenn der Krieg da weiter tobt, werden relativ viele Ukrainerinnen sich einbürgern lassen.“ Von denen seien 40 Prozent im Arbeitsmarkt integriert und arbeiteten versicherungspflichtig. Dann komme der nächste große Schwung von Anträgen, sagte Mazanke.

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