Politik Inland

Verfassungsschutz startet Offensive im Netz

Neue Strategie gegen digitale Radikalisierung: NRW schlägt Alarm vor „Active Clubs“, russischen Agenten und linksextremen Netzwerken – und setzt dabei auf Reichweite im Netz.

Von dpa

24.03.2026

Der NRW-Verfassungsschutz mit Chef Jürgen Kayser will im Netz nicht länger nur beobachten.Frank Christiansen/dpa

Der NRW-Verfassungsschutz mit Chef Jürgen Kayser will im Netz nicht länger nur beobachten.Frank Christiansen/dpa

© Frank Christiansen/dpa

Der NRW-Verfassungsschutz startet eine Aufklärungsoffensive im Netz. „Extremismus ist jünger, digitaler und professioneller geworden. Er erzielt enorme Reichweiten im Netz. Dann muss der Verfassungsschutz eben auch dort sein“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). 

Es handele sich um eine strategische Neuausrichtung. „Wir gehen dahin, wo angeworben wird, wo radikalisiert wird und wo Desinformationen gestreut werden.“ Aktuelle Videos und Podcasts der Behörde sollen auf den Plattformen Instagram, YouTube und Facebook, Spotify, Apple Podcasts, Threads und WhatsApp ausgespielt werden. 

„Allen Extremisten, die im Netz unterwegs sind, müssen Fakten entgegengehalten werden. Wir müssen in diese Onlineblasen, die um sie und ihre Inhalte herum entstehen, hineinstechen“, sagte NRW-Verfassungsschutz-Chef Jürgen Kayser. „Wir gehen dabei einen Spagat zwischen seriöser Einordnung und zielgruppengerechter Ansprache.“

Titel „Auf dem Radar“

Inhaltlich richte sich die Kampagne unter dem Titel „Auf dem Radar“ gegen alle Formen des Extremismus und Aktivitäten fremder Staaten wie Desinformation, Spionage und Sabotage. Erkenntnisse aus der täglichen Arbeit sollen für ein breites Publikum aufbereitet und über digitale Kanäle vermittelt werden. 

In den ersten Videos warnen die Verfassungsschützer vor sogenannten „Active Clubs“, die versuchen, über Kampfsport- und Fitnessangebote junge Männer oder Jugendliche in die gewaltbereite rechtsextreme Szene zu ziehen.

Die Verfassungsschützer informieren zudem über das linksextreme Sabotage-Netzwerk „Switch off“, das den Klimaschutz mit Antikapitalismus verknüpft und für Anschläge auf die Infrastruktur des Landes wirbt.

Drittens warnen die Verfassungsschützer davor, sich von russischen Geheimdiensten als billige sogenannte „Wegwerf“-Agenten anwerben zu lassen, deren zunächst harmlose Einmal-Aufträge später in Sabotage-Akte münden. Für Spionage und Sabotage drohten bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Das könnte Sie auch interessieren
Vor dem Forschungszentrum in Jülich trafen am Vormittag zahlreiche Einsatzwagen der Polizei ein.Christoph Reichwein/dpa
Update -

Politik Inland

zur Merkliste

Castor-Transporte durch NRW: Anti-Atom-Demos ab dem Abend

Umweltschützer und Anti-Atomkraft-Initiativen rufen an mehreren Standorten zum Protest gegen die umstrittenen Atommüll-Transporte auf. In Jülich und Ahaus richten sie sich auf lange Mahnwachen ein.

Politik Inland

zur Merkliste

Razzia nach Anschlag auf Stromnetz in Berlin auch in NRW

Im September waren in der Hauptstadt 50.000 Menschen ohne Strom - mutmaßlich wegen eines Anschlags. Nun durchsucht die Polizei in Berlin zahlreiche Räume - und auch in Düsseldorf gab es einen Einsatz.