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Studie: Viele Kitas in NRW können Auftrag nicht erfüllen

Viele Kinder haben besonderen Förderbedarf, die Aufgaben der Kitas werden komplexer. Nur wenige Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen sind dafür laut einer Studie personell ausreichend ausgestattet.

Von dpa

28.01.2026

In den Kitas sind ausreichend viele und gut qualifiziert Fachkräfte von zentraler Bedeutung. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

In den Kitas sind ausreichend viele und gut qualifiziert Fachkräfte von zentraler Bedeutung. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

In Nordrhein-Westfalen sind einer Studie zufolge nur wenige Kitas mit der optimalen Personalstärke ausgestattet, um für alle Kinder gute Bildung und Betreuung zu gewährleisten. Lediglich 6,4 Prozent der Einrichtungen verfügen demnach zu 100 Prozent über die wissenschaftlich empfohlene Personalausstattung. Das geht aus einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung und des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖiF) an der Uni Wien hervor. 

Die Lage ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich 

Die Untersuchung sieht bei der Ausstattung mit pädagogisch tätigem Personal in allen Bundesländern Handlungsbedarf - zugleich aber große Unterschiede. Laut Analyse für 2024 verfügen in NRW ein Viertel der Kitas (25,3 Prozent) über eine recht gute Personaldecke - und kommen auf 80 bis unter 100 Prozent der empfohlenen Quote. 

Die Mehrheit von gut 55 Prozent der Einrichtungen hat 60 bis unter 80 Prozent der fachlichen Personalempfehlung zur Verfügung, wie die Stiftung schilderte. Und 13,1 Prozent der Kitas arbeiten mit einer schwachen Personaldecke, dort arbeiten also 60 Prozent und weniger als nach wissenschaftlichen Standards für eine qualitativ hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung erforderlich. 

Man habe dabei mit einer neuen Personalausstattungsquote gearbeitet, die mehrere zentrale Faktoren wie Altersstruktur oder Anteil der daheim nicht Deutsch sprechenden Kinder differenziert berücksichtige, hieß es aus Gütersloh. 

Kinderbildungsgesetz und ein Ministerinnen-Wechsel

In NRW gilt die Kita-Lage als angespannt, Tausende Plätze und Fachkräfte fehlen. Familienministerin Josefine Paul (Grüne) war am Dienstag überraschend zurückgetreten. Sie war auch wegen der unpopulären Änderung des Kinderbildungsgesetzes stark unter Druck geraten. Ihre bisher vorgestellten Reformbausteine waren teilweise scharf kritisiert worden. Die Freie Wohlfahrtspflege warnte vor einer Verschlechterung der frühkindlichen Bildung. 

Grünen-Politikerin Verena Schäffer war schon kurz nach Pauls Rücktritt zur neuen NRW-Familienministerin ernannt worden. Die muss die KiBiz-Novelle nun vorantreiben, die zum Kitajahr 2027/28 wirksam werden soll.

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