Politik Inland

Protest im Ruhrgebiet gegen Castortransporte nach Ahaus

Wann die geplanten Castortransporte nach Ahaus starten, ist noch unklar. Im Ruhrgebiet, auf der Hälfte der 170 Kilometer langen Strecke, gibt es am Samstag einen Demonstrationszug.

Von dpa

24.01.2026

Ein Protestzug gegen Castor-Transporte geht in Bottrop über eine Brücke über die A2.Henning Kaiser/dpa

Ein Protestzug gegen Castor-Transporte geht in Bottrop über eine Brücke über die A2.Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Mehrere Anti-Atomkraft-Initiativen haben am Samstag in Bottrop gegen die geplanten Castortransporte aus dem rheinischen Jülich nach Ahaus im westlichen Münsterland demonstriert. Laut Polizei nahmen 70 bis 80 Menschen teil. Alles sei friedlich verlaufen. Die Organisatoren sprachen von 130 Teilnehmern und einer „entspannten Atmosphäre“.

Die Organisatoren hatten zu dem Protestzug ungefähr auf der Hälfte der 170 Kilometer langen Transportstrecke in Bottrop aufgerufen. Ausgangspunkt der Versammlung war der Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd an der Autobahn 2 (Hannover-Oberhausen). Die Atomkraftgegner beklagen an dieser Stelle wegen der maroden Infrastruktur ein Sicherheits-Nadelöhr für Atommülltransporte. „Über 150 Atomtransporte braucht hier kein Mensch“, sagte ein Sprecher. 

Die Polizei hatte im Vorfeld den Demonstrationsweg über zwei Brücken, die die Autobahn 2 queren, aus Sicherheitsgründen untersagt. Dagegen waren die Anmelder vor das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gezogen. Das Gericht lehnte die Vorgaben der Polizei ab und sah keine Gefahr für den Verkehr auf der Bundesautobahn durch die Demonstranten. Die Polizei verzichtete daraufhin auf einen Gang in die nächste Instanz vor das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen. 

Wann rollen die Castoren?

Wann die Castortransporte durch NRW rollen, ist derzeit offen. Nach einer ersten Gerichtsentscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin hat die Umweltschutzorganisation BUND Beschwerde am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt. Diese Beschwerde hat allerdings keine aufschiebende Wirkung. Das Verwaltungsgericht hatte entschieden, dass der Transport von 152 Castor-Behältern mit hoch radioaktivem Material wie genehmigt sofort vollzogen werden darf. Das Verfahren liegt bei Berliner Gerichten, weil die zuständige Behörde für die Genehmigung der Atommülltransporte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ist.

Polizei bereit für die Transporte

Die für die Sicherheit zuständige Polizei in Münster hatte Anfang Januar mitgeteilt, dass die Vorbereitungen für die Transporte über die Straße fast abgeschlossen seien. Die Genehmigung liegt seit Sommer 2025 vor.

Protestzug gegen Castortransporte: Laut Polizei nahmen 70-80 Menschen teil.Henning Kaiser/dpa

Protestzug gegen Castortransporte: Laut Polizei nahmen 70-80 Menschen teil.Henning Kaiser/dpa

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Friedliche Proteste gegen die geplanten Castor-Transporte in Bottrop.Henning Kaiser/dpa

Friedliche Proteste gegen die geplanten Castor-Transporte in Bottrop.Henning Kaiser/dpa

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