Politik Inland

Hönes schwerster Entschluss: Einreihen hinter Kubicki

Erst wollte der bundesweit ziemlich unbekannte FDP-Politiker Henning Höne die Nummer 1 in seiner angeschlagenen Partei werden. Dann doch nicht. Jetzt gibt er tiefere Einblicke in seine Überlegungen.

Von dpa

18.05.2026

Die neue Spitze der FDP soll beim Bundesparteitag am 30./31. Mai 2026 gekürt werden. (Archivbild)Christoph Soeder/dpa

Die neue Spitze der FDP soll beim Bundesparteitag am 30./31. Mai 2026 gekürt werden. (Archivbild)Christoph Soeder/dpa

© Christoph Soeder/dpa

Der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Henning Höne hat den Verzicht auf seine Kandidatur für den Bundesvorsitz als die mit Abstand schwierigste Entscheidung seines politischen Lebens bezeichnet. Nun habe die FDP bei ihrem Bundesparteitag Ende Mai aber die Chance zusammenzuführen, sagte Höne.

In Düsseldorf vertiefte der 39-Jährige seine Beweggründe für seinen am vergangenen Freitag überraschend bekanntgegebenen Entschluss, doch nicht gegen Wolfgang Kubicki anzutreten. „Das Comeback der Partei ist keine Aufgabe für mal eben und auch nicht für eine gespaltene Partei, sondern kann nur mit der gesamten Partei gelingen.“

NRW-Wahl 2027 nicht Schicksalswahl, aber Basis für FDP-Comeback

Der Vize-Bundesparteichef Höne hatte erst Ende März seinen Hut in den Ring geworfen als Nachfolger von Christian Dürr. Nun will er doch nur wieder als Stellvertreter kandidieren. „Es hätte die Partei zum Parteitag hin weiter auseinandergetrieben, und das Zusammenführen der Partei wäre im Nachgang immer schwerer geworden - genauso wie möglicherweise bei einem knappen Ergebnis“, erläuterte er seine Kehrtwende. 

NRW-FDP-Landeschef Henning Höne will doch nicht mehr Bundesvorsitzender werde. (Archivbild)Christoph Soeder/dpa

NRW-FDP-Landeschef Henning Höne will doch nicht mehr Bundesvorsitzender werde. (Archivbild)Christoph Soeder/dpa

© Christoph Soeder/dpa

Ein weiterer wichtiger Prüfstein sei für ihn in den vergangenen Wochen gewesen, wie viel Kraft das Zusammenführen einer gespaltenen Partei nach einer Kampfkandidatur eigentlich kosten würde und ob er dann noch genügend Ressourcen für die NRW-Landtagswahl im Frühjahr habe. „Und die will ich zum Fundament machen für das Comeback der Gesamtpartei“, betonte Höne, der schon seit 2012 für die FDP im Parlament des bevölkerungsreichsten Bundeslandes sitzt. 

Allerdings sei NRW auch nicht die eine, alles entscheidende Schicksalswahl. Ein erfolgreicher Start in das Jahr 2027 mit den bevorstehenden Landtagswahlen in den großen Flächenländern Schleswig-Holstein (18. April) und NRW (25. April) würde den Freidemokraten aber sehr helfen, sagte Höne. „Auch da sehen wir noch mal, es macht Sinn, dass gerade ein Kandidat aus Schleswig-Holstein und ein Kandidat aus Nordrhein-Westfalen die Kräfte bündeln - spricht viel genau dafür.“

Höne: Nicht mehr rechts oder links, sondern mehr bei uns selbst sein

Der Bundesparteitag werde keine Richtungsentscheidung zwischen links- und rechtsliberal, unterstrich der studierte Betriebswirt. In der Ampel-Bundesregierung sei die FDP nicht daran gescheitert, „zu wenig rechts oder zu wenig links zu sein, sondern zu wenig bei uns selbst zu sein“, stellte Höne fest. „Darum muss es gehen.“ Er selbst habe sich gewundert, in den Debatten der vergangenen Wochen häufig als linksliberal einsortiert worden zu sein.

Bei der Bundestagswahl im Februar vergangenen Jahres war die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und aus dem Parlament geflogen. Jetzt sitzt sie nur noch in 6 der 16 Landesparlamente. In diesem Jahr musste sie bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit 4,4 beziehungsweise 2,1 Prozent schwere Niederlagen einstecken, woraufhin die gesamte Führung der Bundespartei zurückgetreten war.

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