Politik Inland

Herzog lotet nach Parlamentswahl Mehrheiten aus

Nach dem knappen Wahlausgang in Israel hat Präsident Herzog Gespräche zur Regierungsbildung aufgenommen. Ex-Militärchef Eisenkot könnte nach Medienberichten zuerst den Auftrag erhalten.

Von dpa

04.11.2026

Nach Übergabe der amtlichen Endergebnisse der Wahl in Israel beginnt Präsident Izchak Herzog die Konsultationen zur Regierungsbildung. Olivier Fitoussi/Haaretz Pool/dpa

Nach Übergabe der amtlichen Endergebnisse der Wahl in Israel beginnt Präsident Izchak Herzog die Konsultationen zur Regierungsbildung. Olivier Fitoussi/Haaretz Pool/dpa

© Olivier Fitoussi/Haaretz Pool/dpa

Nach Übergabe der amtlichen Endergebnisse der Wahl in Israel hat Präsident Izchak Herzog Konsultationen zur Regierungsbildung aufgenommen. Bis Donnerstagabend kommen Repräsentanten aller Parteien zu Gesprächen in seine Residenz in Jerusalem. „Ich beabsichtige, offene, freimütige und durchaus kritische Gespräche mit den Vertretern der Fraktionen zu führen“, sagte Herzog nach Erhalt der offiziellen Wahlergebnisse. Dabei werde er auch „schwierige Fragen stellen“. 

Knappes Wahlergebnis erschwert Regierungsbildung

Angesichts des knappen Wahlausgangs ohne klaren Sieger sagte Herzog: „Ich wünsche mir Originalität und Kreativität, Mut und guten Willen, damit Israel am Ende als Gewinner dasteht.“ Eine Neuwahl will er nach Möglichkeit vermeiden. 

Stärkste Kraft wurde bei der Wahl am 27. Oktober die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit 27 von insgesamt 120 Sitzen, gefolgt von der Mitte-Partei Jaschar von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot mit 21 Mandaten. 

Das Mitte-Rechts-Bündnis Bejachad der ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Jair Lapid kam auf zwölf Sitze, die arabisch geprägte Vereinte Liste auf elf. Die Demokraten und die arabische Raam-Partei erhielten jeweils acht Mandate. Jeweils sieben Sitze entfielen auf Israel Beitenu, die rechtsextreme Partei Ozma Jehudit und das ultraorthodoxe Vereinigte Tora-Judentum. Die ebenfalls strengreligiöse Schas und der Religiöse Zionismus kamen auf jeweils sechs Sitze.

Traditionell beauftragt der Präsident denjenigen Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem er die besten Chancen auf eine parlamentarische Mehrheit einräumt. Dies muss nicht automatisch der Vorsitzende der stärksten Partei sein. Nach Medienberichten wird damit gerechnet, dass Eisenkot zuerst den Auftrag erhält, weil er die meisten Empfehlungen erhalten könnte.

Das könnte Sie auch interessieren
Donald Trump schwärmt nach dem Wahldebakel der Republikaner vor allem von seinen Architekturprojekten. (Archivbild)Alex Brandon/AP/dpa
Update -

Politik Inland

zur Merkliste

Vance sucht nach Wahldebakel Distanz zu Trump

US-Wähler rechneten bei der Parlamentswahl überraschend hart mit der Politik von Donald Trump ab. Vize JD Vance versucht nun, sich mit Kritik am Iran-Krieg aus dem Schatten des Präsidenten zu lösen.

Politik Inland

zur Merkliste

Was die US-Wahlen für Deutschland und die Welt bedeuten

Es ist eine krachende Wahlniederlage, die Trump innenpolitisch massiv unter Druck setzt. Aber was bedeutet sie für die Außenpolitik? Wird er nun berechenbarer oder eskaliert er zu einer „Angry Duck“?