Politik Inland

Gewerkschaft: Einsatz bei Castor-Transporten gut organisiert

Die Castor-Transporte bedeuten für die Polizei zahlreiche Nachteinsätze und Überstunden. Trotzdem ist die Gewerkschaft GdP mit dem bisherigen Verlauf zufrieden - und lobt die Polizeiführung.

Von dpa

16.05.2026

Jeder einzelne Castor-Transport bedeutet für die Polizei einen Großeinsatz. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

Jeder einzelne Castor-Transport bedeutet für die Polizei einen Großeinsatz. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat nach den ersten drei Castor-Transporten mit hochradioaktivem Atommüll eine positive Bilanz der Einsätze gezogen. Die Belastung für die Einsatzkräfte werde gut gesteuert, sagte André Maier, Sprecher des Arbeitskreises Bereitschaftspolizei der GdP NRW.

Bislang gab es drei Castor-Transporte aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Insgesamt müssen 152 Castor-Behälter mit Atommüll über die rund 170 Kilometer lange Strecke transportiert werden - jeweils abgesichert durch ein Großaufgebot der Polizei.

Die Gewerkschaft hatte im Vorfeld der Einsätze vor der enormen Arbeitsbelastung für die Polizeibeamten gewarnt und die Transporte kritisiert. Durch die Transporte fielen Überstunden „in Massen“ an, hatte GdP-Landeschef Patrick Schlüter erst kürzlich betont.

Undankbare Arbeitszeiten - aber mit genügend Planungssicherheit

Tatsächlich sei die Belastung für die Polizei bei jedem Einsatz groß, sagte Maier. „Die Arbeitszeiten sind nicht dankbar, der Transport findet immer nur in der Nacht statt.“ Einsatzkräfte müssten schon Stunden vor Beginn des Transports die Strecke sichern. „Wir schauen, ob es Versammlungen gibt, wie groß die sind und mit wie vielen Kräften wir uns da aufstellen müssen.“ 

Allerdings würden die Dienstpläne für die Einsätze mit genügend Vorlauf für die betroffenen Polizistinnen und Polizisten erstellt, lobte der Gewerkschafter. „Man erfährt nicht erst eine Woche vorher, welche Einheit den Schutz für einen Transport übernimmt.“ Außerdem sorge die Polizeiführung dafür, dass nicht immer die gleichen Einheiten die undankbaren Nachteinsätze machen müssen. „Das rotiert nach einem klaren Plan.“

Es werde auch darauf geachtet, dass nicht mehr Polizisten als nötig im Einsatz seien, sagte Maier. „Das geschieht wirklich mit Augenmaß, immer angepasst an die Lage.“

Nächster Transport am Dienstag?

Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten den vierten Transport von hochradioaktivem Atommüll aus Jülich nach Ahaus am Dienstag (19.5.). Aktivisten wollen erneut mit einer Mahnwache gegen die Castor-Transporte protestieren. Eine offizielle Bestätigung der Behörden, wann der nächste Transport geplant ist, gibt es im Vorfeld grundsätzlich nicht.

Das könnte Sie auch interessieren
Das Radfahren im Wald soll in NRW eingeschränkt werden. (Symbolbild)Michael Reichel/dpa
Update -

Politik Inland

zur Merkliste

Radfahren im Wald soll eingeschränkt werden

In den Wald wollen alle für Sport und Erholung. Die Landesregierung will neue Vorgaben für Radfahrer machen und einige andere Fahrzeuge ausschließen. Was ist dazu bereits bekannt?

Politik Inland

zur Merkliste

FDP-Vorsitz läuft auf Kubicki zu - Höne zieht zurück

FDP-Landeschef Höne verzichtet auf seine Kandidatur für den Bundesvorsitz der Liberalen. Er will nur noch Vize werden. Damit scheint der Weg für den FDP-Haudegen Kubicki an die Parteispitze frei.

Politik Inland

zur Merkliste

Höne zieht Kandidatur für FDP-Bundesvorsitz zurück

Der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Henning Höne zieht seine Kandidatur für den FDP-Bundesvorsitz zurück. Das bestätigte ein Sprecher der FDP in Nordrhein-Westfalen - zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. Damit bleibt zunächst nur Wolfgang Kubicki als Kandidat für den FDP-Bundesvorsitz.