„Demo unterwandert“: Waffen und Molotow-Cocktails entdeckt
23 Polizisten wurden in Köln in der Nacht verletzt, auch Feuerwehrleute gerieten unter Beschuss. Die Polizei grenzt die Ausschreitungen bei der Jugend-Demo dabei klar von der Halloween-Randale ab.
Bei den Ausschreitungen am Rande der Jugend-Demonstration setzte die Polizei auch Wasserwerfer ein.Daniel Evers/WupperVideo/dpa
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Die Polizei hat nach den Ausschreitungen in Köln am Rande der Jugend-Demonstration bei Kontrollen unter anderem Stichwaffen, selbstgebaute Pyrotechnik und Molotow-Cocktails entdeckt. Insgesamt seien die Personalien von knapp 1.000 Personen einer Gruppe festgestellt worden, aus der Vermummte Glasflaschen, Steine und Knallkörper gezielt auf Einsatzkräfte geworfen hätten, berichtete die Polizei. Sie war unter anderem mit Wasserwerfern dagegen vorgegangen.
56-Jähriger soll in Untersuchungshaft
„Ein 56-Jähriger soll noch im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden“, hieß es in einer Mitteilung. Der Mann habe während der Kundgebung Polizisten beleidigt und bei der anschließenden Personalienfeststellung auf Einsatzkräfte eingeschlagen. „In seinem Rucksack fanden die Beamten selbstgebaute Molotowcocktails und spitze Stichwaffen.“
„Wir haben festgestellt, dass Personen nach Köln gekommen sind, um zu randalieren und die Versammlung als Deckmantel für Gewalt auszunutzen“, erklärte Einsatzleiter Martin Lotz. Art und Weise der Angriffe, Vermummung und Bewaffnung deuteten nicht auf eine spontane Eskalation, sondern auf ein gezieltes und offenbar vorbereitetes Vorgehen hin.
Für die überwiegend friedlichen Menschen der Versammlung sei es bedauerlich, dass ihr Recht auf Meinungsfreiheit in diesem Maße missbraucht worden sei. „Man muss klar differenzieren zwischen vielen friedlichen Versammlungsteilnehmenden und denen, die das Recht auf Versammlungsfreiheit unterwandert haben.“
Polizei grenzt Demo-Ausschreitungen von Randale in Innenstadt ab
Die Polizei grenzte die Ausschreitungen am Rande der „Gen Z regelt“-Demonstration von der Randale in der Innenstadt am Abend ab. Dabei habe es vermehrt größere randalierende Personengruppen von Jugendlichen und jungen Männern gegeben. „Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht zwischen den Gruppen und den Versammlungsteilnehmern kein Bezug“, erklärte die Polizei.
In der Kölner Innenstadt zerstörten Randalierer auch Schaufensterscheiben. Sie wurden mit Holzplatten gesichert.Christoph Reichwein/dpa
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Aus diesen Gruppen heraus seien unter anderem eine Fensterfront eines Geschäfts eingeschlagen und Müllcontainer in Brand gesetzt worden. Mehrere aggressiv auftretende Männer seien in Gewahrsam genommen worden. Ob Wertgegenstände aus den Geschäften entwendet wurden, wird noch ermittelt.
Zahlreiche Personen hätten darüber hinaus mehrfach Pyrotechnik und Glasflaschen auf Einsatz- und Rettungskräfte geworfen. Auch seien Feuerwehrleute bei Löscharbeiten attackiert worden.
23 Polizisten wurden verletzt
Im Laufe der Nacht hätten insgesamt 23 Polizisten Verletzungen erlitten. „An fünf Streifenwagen wurden Beschädigungen wie abgetretene und zersplitterte Außenspiegel, eingeschlagene Scheiben, verbeulte Türen und Farbschmierereien festgestellt“, so die Polizei weiter.
„Wir haben festgestellt, dass losgelöst von der Versammlung mehrere Gruppen durch die Innenstadt gezogen sind, um zu randalieren, zu zerstören und die Lage zu eskalieren“, so der Einsatzleiter. Randalierer hätten gezielt die Konfrontation mit der Polizei gesucht. Bis in die Morgenstunden sei man daher im Dauereinsatz gewesen.