Panorama

Zwei weitere Anklagen im Umweltskandal um Giftböden

Ein Mann und eine Frau sollen belastete Böden und alte Katalysatoren in Selfkant gelagert haben. Die Entsorgungskosten betragen 6,5 Millionen Euro. Im Visier der Behörden sind rund 40 Verdächtige.

Von dpa

20.03.2026

Entsorgung von belastetem Material an einer Kiesgrube. Illegal abgekippte Giftböden wurden auch in Selfkant entdeckt.Christoph Reichwein/dpa

Entsorgung von belastetem Material an einer Kiesgrube. Illegal abgekippte Giftböden wurden auch in Selfkant entdeckt.Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Der Umweltskandal um tonnenweise illegal verklappten Giftmüll weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat Anklage gegen zwei weitere Tatverdächtige erhoben. Ein 59 Jahre alter Mann, der bereits wegen Umweltdelikten vorbestraft ist, und eine 57 Jahre alte Frau stehen demnach im Verdacht schwerwiegender Umweltstraftaten, wie die Behörden mitteilten. 

Die beiden neuen Angeschuldigten sollen demnach mit ihrem Unternehmen rund 125 000 Tonnen unterschiedlich schwer belasteter Böden ohne Genehmigung auf drei Flächen im Kreis Heinsberg abgelagert haben. Es handele ich vor allem um belastetes Bodenmaterial. Der Müll fällt demnach in die sogenannten Deponieklassen 2 und 3 sowie der Materialklasse BM-F3. Sein Lagerort muss entsprechend genehmigt und gesichert sein, um das Erdreich und das Grundwasser zu schützen. Es wurden aber auch Abfälle wie alte Katalysatoren gefunden. Sie lagen ohne abfallrechtliche Erlaubnis auf einem Gelände in Selfkant. 

Die Kosten der Entsorgung des illegal deponierten Mülls betragen laut Staatsanwaltschaft mindestens 6,5 Millionen Euro. 

Die Anklage geht auf umfangreiche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dortmund und der Polizei Recklinghausen im Ermittlungskomplex „Boden NRW“ zurück. Dabei war bereits bekanntgeworden, dass Ermittler mit Giftstoffen belastete Böden im Tagebau Garzweiler, sowie am Niederrhein und im Ruhegebiet entdeckt hatten. Die zentrale Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Umweltkriminalität in Dortmund ermittelt in der Sache seit Monaten gegen rund 40 Verdächtige.

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