WHO-Chef: „Wir hinken im Kampf gegen Ebola hinterher“
Nur 45 Prozent der Kontakte zu Ebola-Infizierten werden derzeit isoliert – und damit dem WHO-Chef zufolge deutlich zu wenig. Das Virus hat bislang einen Vorsprung.
Die hochansteckende Krankheit ist im Kongo noch nicht unter Kontrolle.Eric Lalmand/Belga/dpa
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Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist noch nicht unter Kontrolle. „Die Krankheit hatte einen Vorsprung, und wir hinken immer noch hinterher“, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Er war zuvor auf einem mehrtägigen Besuch in der betroffenen Region im Osten des Landes.
Das tödliche Virus hatte sich wahrscheinlich schon wochenlang ausgebreitet, bevor es Mitte Mai entdeckt wurde. Der inzwischen bestätigte, seltene Bundibugyo-Typ des Ebolavirus war mit herkömmlichen Tests nicht erkannt worden. Die WHO spricht inzwischen von 344 bestätigten Fällen im Kongo, darunter 60 Todesfälle. Im Nachbarland Uganda seien 15 Fälle bestätigt worden.
Kontaktverfolgung schwierig
Die Zahl der Verdachtsfälle ist deutlich von mehr als 1.200 auf weniger als 170 gesunken, weil die meisten Proben von Menschen, bei denen Ebola-Verdacht bestand, negativ waren. Die bisherigen Proben seien nun weitgehend abgearbeitet, so die WHO. Sie hilft den Behörden dabei, die Testkapazitäten in der Region deutlich auszubauen.
Tedros nannte eine Reihe von Herausforderungen. Unter anderem sei es nach wie vor schwierig, die Kontakte von Infizierten zu isolieren und zu überwachen. Das sei bislang erst bei 45 Prozent der Kontakte gelungen, nötig seien aber mehr als 90 Prozent, um die Ausbreitung zu stoppen. Zudem müsse noch mehr getan werden, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, damit Kranke sich melden und in den vorbereiteten Behandlungszentren bestmöglich versorgt werden können. Parallel treibe die WHO die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika für diesen Virustyp mit Hochdruck voran, sagte Tedros.