Von Gradierwerk bis Kranichzug: Herbst in NRW erleben
Salzhaltige Luft am Gradierwerk, bunte Wälder und Kürbisskulpturen: NRW bietet Familien viele Ausflugsziele für die Herbstferien. Wo sich Natur und besondere Erlebnisse verbinden.
Salzwasser fließt an Zweigen in einem Gradierwerk herab. (Symbolbild)Matthias Bein/dpa
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Von A wie Aufatmen bis Z wie Zugvögel: Für spannende Ferienerlebnisse müssen Familien nicht in die Ferne reisen. Nordrhein-Westfalen hat viel zu bieten, gerade im Herbst. Zehn Tipps und viele Beispiele für Tagesausflüge in Natur, Parks oder Museum.
1. Aufatmen und tief Durchatmen
Das ist bei den Gradierwerken wie in Bad Oeynhausen mit ihrer solehaltigen Luft wörtlich gemeint. In Bad Salzuflen ist sogar von einer Brise wie am Meer die Rede. Das Prinzip: Salzhaltiges Wasser wird auf hohe Holzkonstruktionen gepumpt und rieselt an Schwarzdornzweigen nach unten. Besucher können den salzhaltigen Dunst beim Spazierengehen oder auf einer Bank einatmen. Ursprünglich ging es bei den Gradierwerken nur um die reine Salzgewinnung.
Gradierwerke sind quer durch das Bundesland zu finden. Das 80 Meter lange Erlebnisgradierwerk in Bad Salzuflen bei Bielefeld etwa bietet mit einer Sole-Nebelkammer und einer Aussichtsplattform in luftiger Höhe Besonderheiten. Es gibt auch Gradierwerke in einer größeren Badeanlage wie in Remscheid mit Eintritt.
Andere Gradierwerke wie die in Bad Oeynhausen und Bad Sassendorf sind jederzeit frei zugänglich. Auch etwa in Rheine, Werne, Hamm und Werl ist ein Gradierwerk zu finden, ebenso in Xanten und Kevelaer.
2. Indian Summer in NRW
Für das Farbspektakel der Laubbäume mit gelben, orangen und roten Blättern ist der Indian Summer in Teilen von Kanada und USA bekannt. Hierzulande spricht man gerne mal vom goldenen Oktober, wenn Sonne nach dem Morgennebel die Herbstfärbung der Wälder in Szene setzt. Der Rursee mitten im Nationalpark Eifel gilt als ein Ort mit einem besonders prächtigen Farbspiel an seinem Ufer.
Blick auf den stillen Rursee, in dem sich der blaue Himmel spiegelt. (Archivbild)Thomas Banneyer/dpa
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Aber auch etwa im Bergischen Land spiegeln sich die bunt gefärbten Bäume in im Wasser der zwölf Talsperren. Im Ebbegebirge im Sauerland beispielsweise führt ein 4,1 Kilometer langer Weg um die Fürwiggetalsperre bei Meinerzhagen. Im Arnsberger Wald bietet der 35 Meter hohe Lörmecke-Turm bei Warstein Panoramablick.
3. Mit dem Kuscheltier auf Entdeckungstour
Ausschlafen muss in den Ferien einfach drin sein. Zumal sie mit der Umstellung auf die Winterzeit in diesem Jahr eine „zusätzliche“ Stunde bieten: Mitten in den Herbstferien, in der Nacht auf den 25. Oktober, wird die Uhr von 3.00 auf 2.00 Uhr zurückgestellt. In den Tagen danach kann man sich daran gewöhnen.
Mit dem Lieblingskuscheltier kann es in der Dortmunder Sonderausstellung „Gute Nacht“ auf Entdeckungstour in der Welt des Schlafens gehen. Kinder können etwa durch einen Traumtunnel krabbeln oder Gute-Nacht-Geschichten lauschen. Auch ältere Generationen werden in der Dasa Arbeitswelt Ausstellung angesprochen, wenn es etwa ums Abschalten oder um Schichtarbeit geht.
Die Sonderausstellung „Gute Nacht“ in Dortmund. (Archivbild)Bernd Thissen/dpa
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4. Stimmen im Wald
Im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge bei Lichtenau ertönen Hufschläge, Schmiedehämmer, Kinderstimmen. Zwölf Hörstationen in der Natur umfasst das „Hörmuseum Stadtwüstung Blankenrode“. Bewegungsmelder sorgen dafür, dass Wanderer zuweilen überrascht werden. Es geht um eine Stadt, die 1390 zerstört wurde. Um die Überreste zu erkennen, muss man genau hinschauen.
Bei dieser und anderen Entdeckertouren können Wanderer mit etwas Glück auch die Stimmen von Wildtieren hören. Welche Geräusche das Eichhörnchen, der Steinmarder und weitere Waldbewohner machen, hat der Zweckverband Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge im Internet zusammengestellt. Also am besten schon mal vorab zu Hause Tierstimmen des Naturparks anhören.
5. Kürbisskulpturen
Fred Feuerstein, Feuerwehrmann Sam oder Jim Knopf: Beim Kürbisfestival auf der Gartenschau Bad Lippspringe werden elf große Skulpturen aus Kürbissen gezeigt. Auf dem Programm stehen unter anderem Mitmachaktionen.
6. Halloween ist überall
In Mettmann bei Düsseldorf spukt es schon lange vor Halloween. Im Garten seines Elternhauses hat Maurice Giebisch ein Grusel-Labyrinth erschaffen. Neben Dekoration, Figuren und Lichteffekten sorgen zu bestimmten Zeiten auch ehrenamtliche „Erschrecker“ und künstlicher Nebel für Schauermomente.
Besucher des „Halloween-Hauses“ gehen bei der Eröffnung durch den beleuchteten Garten und machen Fotos. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa
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7. Lass den Drachen steigen
Herbstzeit ist Drachenzeit. Schon das Basteln macht Spaß. Es wird windig - und wenn die Sonne scheint, kann es losgehen, etwa auf einer großen Wiese.
8. Mit dem Rad über der Stadt
In Wuppertal bietet die Nordbahntrasse Radfahrern Ausblicke über die Stadt auf 23 Kilometern Strecke: zum Beispiel am 35 Meter hohen Viadukt Steinweg. Auch bis zu 722 Meter lange Tunnel gehören zu diesem Radwanderweg. Auf der früheren Bahnstrecke fuhren noch bis 1999 Züge.
9. Ausgangspunkt Wanderbahnhöfe
Sie können der Ausgangspunkt für Wanderungen sein: In NRW gibt es 13 sogenannte Wanderbahnhöfen. Sie zeichnen sich auch durch Barrierefreiheit, Infotafeln sowie Serviceangebote für Ausflügler wie Gastronomie aus. Mit dem Titel schmücken sich etwa die Bahnhöfe Detmold, Winterberg und Soest.
10. Zugvögel beobachten
Ein Blick an den Himmel oder auf rastende Vögel auf Äckern und Wiesen: „Es scheint mit dem Kranichzug loszugehen“, sagt Nabu-Vogelexperte Christian Chwallek. Am Samstag seien die ersten großen Flugformationen in der Nähe von Dortmund gesichtet worden. Sie fliegen demnach zu Rastplätzen in Frankreich. In den nächsten zwei, drei Wochen seien die Chancen am größten, Kraniche zu beobachten. Gerade in der Grenzregion von NRW zu Niedersachsen gebe es immer mehr welche, die dort auch überwinterten.
Kraniche formieren sich auf ihrem Zug. (Archovbild)Boris Roessler/dpa
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Für etwa 200.000 arktische Gänse aus Skandinavien und Sibirien sei der Niederrhein Überwinterungsgebiet, erste Tausende Tiere seien schon da. Die Bislicher Insel bei Xanten nannte Chwallek als ein geeignetes Ausflugsziel, um die Gänse zu beobachten.
Ein Schild steht am Rand eines Weges im Naturschutzgebiet Bislicher Insel. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa
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