Über eine Woche unter Trümmern - Rettung in Venezuela
Über eine Woche liegt ein Mann unter den Trümmern eines Einkaufszentrums. Einsatzkräfte versuchen seit Tagen ihn zu befreien - dann gelingt das scheinbar Unmögliche.
Rettungskräfte bergen einen Mann lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Einkaufszentrums. Fernando Vergara/AP/dpa
© Fernando Vergara/AP/dpa
Mehr als eine Woche nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela haben Rettungskräfte einen Mann lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Einkaufszentrums geborgen. „Heute feiern wir das Leben von Hernán Gil“, schrieb die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez auf der Plattform X zu einem Video der Rettung. Sie dankte den nationalen und internationalen Einsatzkräften, „die ihren Körper, ihre Zeit und ihre Seele für diese Mission eingesetzt haben“.
Hoy celebramos la vida de Hernán Gil. Gracias a los rescatistas nacionales e internacionales que pusieron su cuerpo, su tiempo y su alma en esta misión. pic.twitter.com/vSSFeNe6Jy
— Delcy Rodríguez (@delcyrodriguezv) July 2, 2026
Hernán Alberto Gil arbeitete Berichten zufolge als Wachmann im Einkaufszentrum Galerías Playa Grande in der Küstenstadt Maiquetía, als das Gebäude bei den Erdbeben vom 24. Juni einstürzte. Nach Angaben der Rettungskräfte befand er sich rund neun Meter unter den Trümmern. Bereits mehrere Tage zuvor war es den Helfern gelungen, Kontakt zu ihm aufzunehmen und ihn über einen Schlauch mit Wasser und weiteren lebenswichtigen Hilfsgütern zu versorgen.
Die Bergung entwickelte sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Wegen der instabilen Gebäudestruktur, wiederholter Nachbeben und weiterer Einsturzgefahr mussten die Einsatzkräfte ihre Strategie mehrfach ändern und schließlich einen neuen Zugang zu dem Verschütteten schaffen. An der Rettungsaktion waren nach Angaben des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele Teams aus Venezuela, El Salvador, Chile, den USA, Portugal, Mexiko und Costa Rica beteiligt.
Unter Applaus der Einsatzkräfte und Umstehenden wurde Gil schließlich auf einer Trage aus den Trümmern gebracht, wie auf Videos zu sehen war.
El Salvadors Präsident Bukele: „Danke Gott“
Bukele feierte die Bergung anschließend als „Wunder“. „Endlich ist es uns gelungen, Hernán zu retten“, schrieb er in Versalien auf der Plattform X. „Danke Gott, dass du dieses Wunder ermöglicht hast“, fügte er hinzu.
¡FINALMENTE LOGRAMOS RESCATAR A HERNÁN!
— Nayib Bukele (@nayibbukele) July 2, 2026
Después de más de 72 horas de trabajo y tras enfrentar una estructura sumamente inestable, réplicas, derrumbes y la necesidad de abrir una nueva vía de acceso para poder llegar hasta él, rescatamos con vida a Hernán Alberto Gil Flores, de… pic.twitter.com/wSuGDgGUXU
Die Rettung gilt als außergewöhnlich. Nach internationalen Erfahrungen sinken die Überlebenschancen von Verschütteten bereits nach wenigen Tagen deutlich. Dennoch setzen die Einsatzkräfte ihre Suche nach weiteren Überlebenden fort. Nach jüngsten Behördenangaben kamen bei den Erdbeben inzwischen mindestens 2.295 Menschen ums Leben, mehr als 11.000 wurden verletzt.
Über einen Schlauch mit Wasser und weiteren lebenswichtigen Hilfsgütern wurde der Mann tagelang versorgt.Fernando Vergara/AP/dpa
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