Panorama

Tod eines Hoteliers: Freund wegen Mordes vor Gericht

Ein Hotelier wird tot aufgefunden und ausgerechnet ein alter Freund von ihm gerät unter Mordverdacht. Der bestreitet aber vor Gericht alles. Die Tat sei für ihn „unfassbar“, beteuert er.

Von dpa

04.05.2026

In Bonn steht ein 64-Jähriger vor Gericht, weil er einen langjährigen Freund ermordet haben soll. (Symbolbild)Thomas Banneyer/dpa

In Bonn steht ein 64-Jähriger vor Gericht, weil er einen langjährigen Freund ermordet haben soll. (Symbolbild)Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Nach dem Tod eines Hoteliers aus Bornheim steht dessen langjähriger Freund wegen Mordes vor dem Bonner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen gleich drei Mordmerkmale vor: Habgier, Heimtücke sowie niedrige Beweggründe. 

Nach Anklage soll er am 18. August 2025 den 70-Jährigen in dessen Büro überraschend von hinten gewürgt oder gedrosselt haben, um ihn berauben zu können. Anschließend soll er den Kopf des Opfers mit drei verschiedenen Klebebändern fast vollständig umwickelt haben. Er soll ihm eine Halskette mit einer Münze als Anhänger sowie einen Ring abgenommen haben. Zudem soll er beabsichtigt haben, den Betrieb des Freundes nach dessen Tod weiterzuführen. 

Der Hotelier wurde zwei Tage später vom Angeklagten und einem Gast aufgefunden; sie alarmierten die Polizei. Der 64-Jährige geriet ins Visier der Ermittler, wurde am 16. September verhaftet und ist seitdem in Untersuchungshaft.

Angeklagter bestreitet die Vorwürfe

Am ersten Prozesstag bestritt der Angeklagte die Vorwürfe. Er sei nicht für den Tod seines Freundes, den er 30 Jahre gekannt habe, verantwortlich, beteuerte er. Dass am Tatort und an den Kleidungsstücken des Toten DNA-Spuren gefunden worden seien, sei nicht weiter verwunderlich, so der Verteidiger. Als Freund sei der 64-Jährige jahrelang in der Pension ein und aus gegangen, zudem habe er bei längeren Auslandsaufenthalten des Hoteliers im Jahr 2023 auch einen Schlüssel zur Pension besessen und ihn vertreten. Auch habe er ihn bei Handwerksarbeiten unterstützt. 

Der Angeklagte schilderte den Moment, als er seinen Freund auf dem Boden entdeckte, als „unfassbar“ und „furchtbar“. Angesichts des mit Klebeband umwickelten Kopfes sei er sich sicher: „Diese Tötung war eine Hinrichtung. Da waren mindestens zwei bis drei Leute am Werk.“ Der Prozess ist mit acht Verhandlungstagen bis Mitte Juni terminiert.

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