Panorama

Mecklenburg-Vorpommern im Griff des Frosts

Kältewelle in Mecklenburg-Vorpommern: Der Dauerfrost hält vorerst an, teils werden zweistellige Minusgrade erwartet. Wie sich das Wetter auswirkt.

Von dpa

10.01.2026

In Mecklenburg-Vorpommern blieb das Hochwasser der Ostsee unterhalb der Sturmflutmarke.Bernd Wüstneck/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern blieb das Hochwasser der Ostsee unterhalb der Sturmflutmarke.Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern müssen sich nach dem kalten Sturm „Elli“ vorerst weiter auf Frost einstellen. In den kommenden Tagen soll es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) teilweise zweistellige Minusgrade geben. Der Dauerfrost halte über das Wochenende an. Auf der Ostsee bildet sich zunehmend Eis.

Am Samstag liegen die Temperaturen demnach abseits der Küste zwischen minus drei und minus einem Grad. In der Nacht zum Sonntag sollen es dann zwischen minus vier bis minus zehn Grad werden. „Wir kommen übers Wochenende richtig in den strengen Frostbereich rein“, so DWD-Meteorologe Christian Paulmann. Am Dienstag könnten die Temperaturen auch wieder in den Plusbereich kommen. Dann kann es gebietsweise auch Regen geben.

Schneeverwehungen an der Küste

Sturmtief „Elli“ lief am Freitag trotz zeitweiser Unwetterwarnung für Teile Mecklenburg-Vorpommerns glimpflich ab. Betroffen war MV aber von der Einstellung des Fernverkehrs der Deutschen Bahn im Norden Deutschlands. Die Reederei Scandlines sagte Fahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser ab.

Mecklenburg-Vorpommern hatte kaum mit Schneefall, wohl aber mit glatten Straßen zu tun.Philip Dulian/dpa

Mecklenburg-Vorpommern hatte kaum mit Schneefall, wohl aber mit glatten Straßen zu tun.Philip Dulian/dpa

© Philip Dulian/dpa

Von Nord nach Süd können am Samstag im Tagesverlauf leichter Schneefall oder Schneeschauer durchziehen. Dabei sind an der Küste weiter Schneeverwehungen wahrscheinlich. Die gab es auch schon am Freitag gerade an Straßen, die von Feldern umgeben sind.

Bahnfernverkehr im Norden läuft wieder an

Die Deutsche Bahn nimmt den Fernverkehr schrittweise wieder auf. Einige wichtige Verbindungen, etwa zwischen Hamburg und Berlin, sollen erst am Sonntag wieder fahren. Die Bahn bat alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf der Internetseite der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.

Postauto prallt gegen Baum

Aufgrund des Wetters kam es am Freitag im Nordosten zu einigen Unfällen. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim, zwischen Hohen Pritz und Mestlin, kam eine 25-Jährige mit ihrem Auto von der Straße ab und stieß gegen einen Baum. Sie wurde nach Polizeiangaben eingeklemmt und schwer verletzt mit einem Hubschrauber in die Uniklinik Rostock gebracht. In Bad Kleinen erlitt ein 50-Jähriger mehrere Rippenbrüche, als er mit seinem Postauto von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum stieß.

Für manchen Lastwagen endete die Fahrt neben der Straße.Bernd Wüstneck/dpa

Für manchen Lastwagen endete die Fahrt neben der Straße.Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Bei Krugsdorf im Landkreis Vorpommern-Greifswald verunglückte am Freitagabend ein 27-jähriger Autofahrer schwer. Er kam in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und überfuhr zwei Leitpfosten. Der Wagen überschlug sich mehrfach und blieb im Straßengraben liegen. Der Fahrer erlitt schwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Greifswald gebracht.

Stundenlang gesperrt war zudem die Autobahn 19 in Fahrtrichtung Berlin. Hier war ein Lastwagen von der Fahrbahn abgekommen und erst hinter einem Wildschutzzaun zum Stehen gekommen.

Im Bereich Rostock gab es bei vier Unfällen Schwerverletzte. Bei drei Unfällen wurden Beteiligte leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt registrierten die Beamten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Rostock 30 witterungsbedingte Unfälle von Freitagmorgen bis Samstagmorgen.

Senior kommt mit Auto von der Straße ab

So kam ein 85-Jähriger am Freitagmittag in Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) mit seinem Wagen in einer Kurve von der Straße ab. Das Auto überschlug sich und kam auf dem Dach zum Liegen. Der 88-jährige Beifahrer erlitt schwere Verletzungen.

Eislage auf der Ostsee

Bei Dauerfrost verstärkt sich die Eislage auf der Ostsee. Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist das Stettiner Haff vollständig mit Eis bedeckt, das örtlich bis 10 Zentimeter dick sein kann. Im Peenestrom kommt von Karnin bis ins Achterwasser meist sehr dichtes, örtlich über 5 Zentimeter dickes Eis vor. Weiter nördlich bis Peenemünde kommt meist dichtes, aber dünnes Eis vor.

Im Übergang zum Greifswalder Bodden ist das Eis den Angaben zufolge sehr locker bis locker. In den Boddengewässern um Rügen liegt in geschützten
Gebieten sehr dichtes, örtlich über 5 Zentimeter dickes Eis. Zwischen Rügen und Hiddensee und in der Nordansteuerung nach Stralsund tritt dichtes Neueis auf. Von Stralsund bis in den Greifswalder Bodden kommt dichtes Neueis vor. Die Darß-Zingster Boddenkette ist mit dichtem bis sehr dichtem Eis, örtlich
dicker als 5 Zentimeter bedeckt. Weiter westlich kommt örtlich in geschützten Gebieten und Häfen Neueis vor.

Bei leichtem Frost und abnehmendem Wind erwartet das BSH, dass sich örtlich Neueis bildet und die Eisdicke zunimmt. Insgesamt werde sich die Eissituation aber nur wenig verändern. In der Nacht zu Montag werde die Eisbildung zunehmen.

Sturm aus Osten drückte Wasser gegen die Küste.Stefan Sauer/dpa

Sturm aus Osten drückte Wasser gegen die Küste.Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

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