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Sicher nach Hause: Welche Angebote nachts helfen können

Ob verlassene Wege, schlecht beleuchtete Parkanlagen oder leere Züge: Viele Menschen fühlen sich im Dunkeln unwohl. Diese Angebote machen den Heimweg in Bremen und Niedersachsen entspannter.

Von dpa

02.01.2026

Viele Menschen fühlen sich nachts allein unsicher - das gilt vor allem für Frauen. (Symbolfoto)Sina Schuldt/dpa

Viele Menschen fühlen sich nachts allein unsicher - das gilt vor allem für Frauen. (Symbolfoto)Sina Schuldt/dpa

© Sina Schuldt/dpa

Wer nachts allein im Dunkeln nach Hause geht, kann ein mulmiges Gefühl bekommen. Mit verschiedenen Angeboten wollen Städte in Niedersachsen und Bremen das Sicherheitsgefühl stärken und gerade Frauen abends ein unbeschwertes Ausgehen ermöglichen. Ein Überblick:

Frauennachttaxis 

In einigen Städten bringen spezielle Taxis Mädchen und Frauen sicher nach Hause. In Hannover sind die Frauennachttaxis täglich von 19 bis 6 Uhr morgens unterwegs. Sie fahren Haltestellen und private Adressen im Stadtgebiet an. Die Stadt bezuschusst das Angebot mit fünf Euro pro Fahrt. Das Angebot gilt auch für Inter-Menschen und nicht-binäre Menschen.

In Oldenburg können Mädchen ab 12 Jahren und Frauen ab sofort wieder Gutscheine im Wert von fünf Euro für Fahrten mit dem Frauenmobil für dieses Jahr erwerben. Die beteiligten Taxi- und Mietwagenunternehmen fahren ihre Gäste zwischen 19 und 5 Uhr von Tür zu Tür. Das Taxi wartet, bis die Frau das Haus betreten hat.

Mädchen ab 14 Jahren, Frauen und queere Menschen in Osnabrück können mit dem Frauennachttaxi sicher nach Hause fahren. Jede Fahrt kostet sieben Euro, den Rest zahlt die Stadt. Das Frauennachttaxi ist in den Herbst- und Wintermonaten von 19 bis 6 Uhr unterwegs, im Frühjahr und Sommer von 21 bis 5 Uhr.

In Bremen hat ein Ehrenamtlicher ein ähnliches Projekt auf Spendenbasis initiiert: Wer sich beim Not-Taxi für Frauen telefonisch, per WhatsApp oder Instagram meldet, wird freitags und samstags nachts nach Hause gefahren. 

Nightwalks für Frauen

Wer seine Ängste vor dem Heimweg im Dunklen abbauen möchte, kann an einem angeleiteten Nachtspaziergang teilnehmen. Die Selbstbehauptungs- und Verteidigungstrainerin Gaby Bothe ist mit Frauen ab 16 Jahren in verschiedenen niedersächsischen Städten unterwegs. Bei den Nightwalks sollen sie lernen, auf ihre Intuition zu hören und sich wieder sicherer zu fühlen. Im Januar sind Termine in Nordenham (Landkreis Wesermarsch), Meppen und Lingen im (Landkreis Emsland) sowie in Nienburg/Weser geplant.

Gerade auf verlassenen und schlecht beleuchteten Wegen können Frauen ein mulmiges Gefühl bekommen. (Symbolfoto)Sina Schuldt/dpa

Gerade auf verlassenen und schlecht beleuchteten Wegen können Frauen ein mulmiges Gefühl bekommen. (Symbolfoto)Sina Schuldt/dpa

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Heimwegtelefon

Ehrenamtliche sind deutschlandweit unter der Nummer 030 12074182 erreichbar. Das Angebot gilt von 21 bis 24 Uhr, am Freitag und Samstag bis drei Uhr nachts. Es richtet sich an alle, die sich auf dem Heimweg unwohl fühlen. Das Heimwegtelefon kooperiert in Hannover unter anderem mit dem Verein SchMitt e.V. im Stadtteil Mittelfeld, um das Angebot bekannter zu machen.

Die Mitarbeitenden geleiten Anruferinnen und Anrufer telefonisch bis nach Hause. Wer danach fragt, kann eine andere Route genannt bekommen, die vielleicht sicherer ist. Auf Verlangen können die Mitarbeiter den Standort des Anrufenden abrufen und notfalls Hilfe herbeirufen.

Wer Angst hat, kann die Polizei oder das Heimwegtelefon anrufen. (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa

Wer Angst hat, kann die Polizei oder das Heimwegtelefon anrufen. (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa

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Codes bei Belästigungen

Wer sich in Clubs oder Bars belästigt, bedrängt oder verfolgt fühlt, kann mit der Frage „Ist Luisa hier?“ in einigen Städten diskret Hilfe erhalten. Geschultes Personal bringt die Menschen in Sicherheit und kann ein Taxi rufen. Die Kampagne aus Münster wird unter anderem von Oldenburg, Lingen (Landkreis Emsland) und dem Landkreis Diepholz unterstützt. 

Ein ähnliches Projekt ist „Kennst Du Mika?“ in Bremen, bei dem Betroffene mit der Frage der Security oder dem Theken-Personal signalisieren, dass sie sich in einer Notlage befinden. 

Es gibt auch ein Handzeichen, um darauf aufmerksam zu machen, dass man Hilfe braucht. Dabei wird die Handfläche gezeigt, der Daumen nach innen geklappt und mit den übrigen vier Fingern umfasst.

Awareness-Teams

Im Bremer Viertel sorgen am Wochenende und vor Feiertagen sogenannte Awareness-Teams für mehr Sicherheit und Achtsamkeit. Sie sind zu zweit zwischen 22 Uhr und 4 Uhr unterwegs und helfen Menschen, die Unterstützung benötigen. Sie führen klärende Gespräche, begleiten Betroffene ein Stück oder vermitteln an Polizei und Beratungsstellen.

In vielen niedersächsischen Städten begleiten Awareness-Teams Veranstaltungen. So begleitet das Projekt „We take care“ etwa Partys, Konzerte und Festivals in Hannover.

Apps als Begleiter

Auch verschiedene Apps können helfen, den Heimweg sicherer zu machen. Dazu gehört die Notruf-App „Nora“, mit der sich Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr bundesweit schnell erreichen lassen. Im Notfall kann über die kostenlose App der Standort der Nutzer übermittelt und diese schnell gefunden werden. Andere Apps ermöglichen durch Tracking, den jeweiligen Standort mit Freunden oder Familie zu teilen.

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