Panorama

Prozess um fahrlässige Tötung nach Legionellen-Infektion

Mit Legionellen belastetes Kühlwasser soll 2020 an der Uniklinik Köln drei Tote gefordert haben. Ein für die Klimaanlage der Klinik Verantwortlicher kommt nun wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

Von dpa

06.05.2026

Vor dem Landgericht Köln geht es um eine Legionellen-Infektion mit drei Toten. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

Vor dem Landgericht Köln geht es um eine Legionellen-Infektion mit drei Toten. (Archivbild)Rolf Vennenbernd/dpa

© Rolf Vennenbernd/dpa

Knapp sechs Jahre nach einer Legionellen-Infektion an der Uniklinik Köln mit drei Toten und drei Verletzten beginnt heute (9.15 Uhr) ein Prozess wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. 

Am Kölner Landgericht angeklagt ist ein 61-Jähriger, dem die Staatsanwaltschaft zur Last legt, den Betrieb der Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik nicht ordnungsgemäß kontrolliert und überwacht zu haben. Der 61-Jährige soll Angestellter einer für das Gebäudemanagement zuständigen Tochtergesellschaft der Uniklinik gewesen sein. 

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft war die Anlage in der kalten Jahreszeit stillgelegt und im Januar 2020 gereinigt worden, ehe sie im Mai des Jahres wieder in Betrieb genommen wurde. Hierbei sei die Verdunstungskühlanlage mit Wasser befüllt worden, ohne dass eine per Richtlinie vorgeschriebene Untersuchung des Wassers auf Legionellen-Erreger erfolgt sei. 

Zudem seien weitere vorgeschriebene Untersuchungen unterblieben, wodurch sich im Wasser der Anlage unbemerkt Legionellen gebildet und vermehrt hätten, so dass von der Anlage ab der zweiten Junihälfte Wasserdampfwolken mit hoher Legionellen-Konzentration ausgegangen seien. 

Legionellen gelangten in Bettenhaus

Der mit Legionellen belastete Wasserdampf sei in der Folge durch Fenster und Belüftungsanlagen auch in ein rund 100 Meter entferntes Bettenhaus der Klinik eingedrungen und von Patienten eingeatmet worden. Sechs Patienten erkrankten daraufhin an Lungenentzündung. Drei von ihnen starben, drei konnten durch Behandlungen mit Antibiotika gerettet werden. 

Der Prozess ist mit insgesamt sieben Verhandlungstagen bis Mitte Juni terminiert.

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