Panorama

ÖPNV in Bonn wird nach Brücken-Sperrung zeitweise kostenlos

Die Bonner Nordbrücke bleibt wegen Schäden vorerst gesperrt, was den Verkehrsfluss in der Stadt auf eine harte Probe stellt. Die Stadt reagiert darauf prompt.

Von dpa

11.06.2026

Nach der Sperrung der Bonner Nordbrücke staut sich der Verkehr in Bonn.Henning Kaiser/dpa

Nach der Sperrung der Bonner Nordbrücke staut sich der Verkehr in Bonn.Henning Kaiser/dpa

© Henning Kaiser/dpa

Nach der plötzlichen Sperrung der Bonner Nordbrücke wird der öffentliche Personennahverkehr in Bonn vorübergehend kostenlos. „Wir möchten ein Anreizsystem setzen, damit so viele Menschen wie irgendwie möglich den ÖPNV nutzen“, sagte Oberbürgermeister Guido Deús (CDU). Am Donnerstag beschloss der Stadtrat die Maßnahme, die vom kommenden Montag an bis Ende Juni gelten soll. 

Bestehende Abonnements würden allerdings nicht erstattet. Der Bürgermeister verwies auf die damit verbundenen Kosten: „Wir können uns schon vieles von dem, was ich Ihnen hier sage, in unserer Finanzsituation eigentlich nicht leisten und machen es trotzdem“, sagte er. Dass man bei einem bestehenden Abo Geld zurückbekomme, könne er nicht verkünden.

Der Rat hat am Abend ein Paket mehrerer Maßnahmen beschlossen. Unter anderem sollen geplante andere Bauvorhaben auf den Prüfstand kommen und mehrere Strecken sollen für Autos mehrspurig werden. Für Radfahrer soll es Alternativrouten geben. Die Stadtverwaltung hat die Home-Office-Regelung für ihre Beschäftigten ausgeweitet.

Der Oberbürgermeister sagte: „Die Lage ist ernst und wir wissen nicht, wie lange und in welchem Umfang die Nordbrücke gesperrt bleiben wird. Daher setzen wir alles daran, den Verkehr in Bonn und der Region wieder fließen zu lassen.“ 

Die Bonner Nordbrücke ist Teil der A565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung der Region. Am Mittwoch war die vielbefahrene Autobahnbrücke über den Rhein aber wegen neu entdeckter Schäden bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt worden. Ob sie noch einmal freigegeben werden kann, ist aktuell noch unklar. Für die Region war das ein Schock. Bonn versucht nun mit Sofortmaßnahmen, die Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr abzumildern.

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