Panorama

Mutmaßlicher Großdealer tappte in Krypto-Falle

Eine Luxusvilla, zwölf Tonnen Kokain und ein Krypto-Chat als Falle: Wie Ermittler einem mutmaßlichen Drogen-Großdealer in Ratingen auf die Schliche kamen.

Von dpa

04.03.2026

Ermittler kamen einem mutmaßlichen Drogen-Großdealer in Ratingen auf die Schliche. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

Ermittler kamen einem mutmaßlichen Drogen-Großdealer in Ratingen auf die Schliche. (Symbolbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Dem in Ratingen bei Düsseldorf festgenommenen mutmaßlichen Kokain-Großdealer ist Krypto-Kommunikation zum Verhängnis geworden. Der Verdacht gegen den 34-Jährigen habe sich bei der Auswertung der über den Dienst „Anom“ abgewickelten Krypto-Kommunikation ergeben, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auf Anfrage.

Bei der „Anom“-Verschlüsselungs-App handelt es sich, im Gegensatz etwa zu EncroChat, um einen sogenannten Honigtopf der US-Bundespolizei FBI. Der verschlüsselte Kommunikationsdienst war vom FBI und der australischen Bundespolizei entwickelt und gezielt ins kriminelle Milieu eingeschleust worden.

Das FBI konnte die verschlüsselten Chat-Nachrichten mitlesen, auf diese Weise riesige Datenmengen sammeln und an deutsche und andere Behörden weitergeben.

„Anom“-Daten verwertbar

Lange war umstritten, ob die von den USA übermittelten Daten vor deutschen Gerichten als Beweismittel verwertbar sind. Doch im vergangenen Jahr hatten der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht die Nutzung der Chat-Daten für zulässig erklärt.

In Ratingen hatte eine Spezialeinheit der Polizei in der vergangenen Woche einen 34-jährigen Deutschen in seiner Villa festgenommen. Er soll mit vier noch unbekannten Komplizen mindestens zwölf Tonnen Kokain aus Südamerika importiert und in Deutschland für rund 100 Millionen Euro verkauft haben. Der 34-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Die Ermittler stellten Luxusgüter im Wert von fast 800.000 Euro sicher, darunter zwei Wagen der Marke Lamborghini. Zudem wurden Immobilien im Wert von rund 15 Millionen Euro beschlagnahmt.

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