Panorama

Mut durch Magie - die Reportage „Zaubern als Therapie“

Kinder mit medizinischen Handicaps können durch Zauberei besser leben lernen. Wie das geht, zeigt eine Reportage im ZDF. Mit dabei: die Ehrlich Brothers.

Von Klaus Braeuer, dpa

06.01.2026

Der Film stellt verschiedene Schicksale vor und läuft am Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF. Veronika Geier/ZDF/dpa

Der Film stellt verschiedene Schicksale vor und läuft am Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF. Veronika Geier/ZDF/dpa

© Veronika Geier/ZDF/dpa

 Zauberei ist vor allem eine Illusion - doch sie kann offensichtlich auch einen medizinischen Beitrag leisten. Zum Beispiel bei halbseitiger Lähmung. Die Reportage „Mut durch Magie - Zaubern als Therapie“ aus der Reihe „37 Grad“ stellt drei chronisch kranke elfjährige Kinder vor, bei denen das gelingt. Der Film läuft am Dienstag um 22.15 Uhr im ZDF. 

Der Film stellt verschiedene Schicksale vor. Da wäre zum Beispiel Ben. Er hat als frühgeborenes Baby eine Hirnblutung erlitten. „Später im Leben wohne ich ja vielleicht erst mal alleine, da ist es umso wichtiger, etwas kochen zu können“, sagt er. Gabriel hat ein anderes Ziel. Er möchte klettern lernen. Gabriel sagt über sich: „Wahrscheinlich hatte ich in Mamas Bauch einen Schlaganfall“. 

Bei beiden Jungs war so etwas eigentlich Selbstverständliches wie Kochen und Klettern bis vor Kurzem völlig undenkbar, denn beide leiden unter einer Hemiparese. Das ist eine halbseitige Lähmung, die vom Gehirn ausgeht und bei ihnen vor allem die Motorik einer Hand beeinträchtigt. 

Therapie beim „Magic Moves“-Camp 

Im Sommer 2024 bekamen Ben und Gabriel die Chance, am zweiwöchigen „Magic Moves“-Camp auf Burg Rabenstein in Oberfranken teilzunehmen und ein neues Therapiekonzept mit dem Magier-Duo Ehrlich Brothers auszuprobieren. Dabei konnten sie ihre Alltagsziele trainieren, etwa Socken alleine anziehen, und Zaubern lernen. Fast nebenbei erprobten sie beim Zaubern, beide Hände einzusetzen und zu koordinieren. 

Für Gabriel war sein selbst ausgesuchtes Ziel der Therapie, auf dem Fahrrad ein Handzeichen geben zu können. Das hat er geschafft, doch bleibt es wichtig, diese neu gelernte Fähigkeit stets im Alltag anzuwenden, da sie sonst wieder verloren gehen könnte. Das gilt auch für Ben, der endlich selbst ein Stück Fleisch mit Messer und Gabel schneiden möchte. 

Und da wäre auch noch Jule. Sie litt schon früh unter Epilepsie, doch sie macht große Fortschritte und möchte ihren Haarzopf unbedingt selbst flechten.

Die Autorinnen Sandra Liesche und Lena Bartscher lassen auch Eltern und Therapeuten zu Wort kommen, die deutlich machen, wie wichtig es ist, dass sich die Kinder immer wieder neue Ziele setzen und weitere Aktivitäten erarbeiten. Es ist sehr beeindruckend, wie intensiv diese mutigen drei üben und sich so akzeptieren, wie sie sind - die Erfolge auf dem Weg zur besseren Motorik und enorm wichtigen Selbstständigkeit sind alle Mühen wert.

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