Mehr Kameras gegen Waldbrände am Niederrhein
Mit zusätzlichen Kameras wird der Schutz vor Waldbränden am Niederrhein ausgebaut. Die Zentrale in Wesel soll künftig eine noch größere Waldfläche auch auf niederländischer Seite überwachen.
Ein Mitarbeiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW sitzt vor Monitoren mit Aufnahmen aus Überwachungskameras. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa
© Christoph Reichwein/dpa
Das frühe Erkennen von Waldbränden mit Hilfe von Kameras und Künstlicher Intelligenz (KI) wird am Niederrhein grenzüberschreitend ausgebaut. In der Provinz Limburg in den Niederlanden sollen drei Kameratürme zu dem bestehenden System „Fire Watch“ auf der deutschen Seite hinzukommen, teilte das NRW-Landwirtschaftsministerium mit. Die drei niederländischen Kameratürme würden von der Waldbrand-Überwachungszentrale in Wesel mit betreut.
Die erste „Fire Watch“-Zentrale Nordrhein-Westfalens für das System mit Kameras und KI in Wesel hat vor gut zwei Jahren ihre Arbeit aufgenommen. Mit Hilfe von acht Kameras überwacht ab Warnstufe 3 eine Person am Bildschirm 62.000 Hektar Waldfläche. Meldungen des Systems werden mit KI ausgewertet und Verdachtsfälle der Feuerwehr weitergeleitet. Auch Brände auf niederländischer Seite befanden sich bereits darunter.
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei der Eröffnung der ersten Waldbrandzentrale 2024 in Nordrhein-Westfalen neben einer Kamera IQ Fire Watch. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa
© Christoph Reichwein/dpa
Die Erweiterung des Systems soll auch das frühzeitige Erkennen von Waldbränden in Nordrhein-Westfalen selbst verbessern. Denn mit diesen zusätzlichen drei Punkten könnten Bränden in der deutsch-niederländischen Grenzregion noch leichter lokalisiert werden. Bei Rauchentwicklung erfolgt über das System mit seinen optischen Sensoren automatisch eine Meldung, die in der Zentrale analysiert und geortet wird.
Feuerwächter Rudolf Hoffmann (l) und Försterin Carla Paul (r) stehen auf dem Feuerwachturm „Galgenberg“. (Archivbild)Henning Kaiser/dpa
© Henning Kaiser/dpa
Mit Feuerwächtern besetzte Türme sind nur noch an wenigen Stellen und in wenigen Bundesländern zu finden. Der kommunale Regionalverband Ruhr betreibt im nördlichen Ruhrgebiet in den Gebieten Haard und Hohe Mark einen Verbund von drei Feuerwachtürmen, die zwischen März und Oktober ab Waldbrandstufe 3 mit Feuerwächtern besetzt sind. Besucher können auch auf einen Turm hochgehen und sich auch mit den Feuerwächtern unterhalten.