Großübung im Kölner Stadion probt den Ernstfall
Kein Fußball, sondern Katastrophenschutz: Im Kölner Stadion trainieren rund 1200 Beteiligte den Ernstfall nach einem fiktiven Unfall bei einem Pestizidhersteller. Erprobt wird eine neue Einheit.
Im und am Kölner Stadion wurde die Dekontamination von Menschen, Gebäuden und auch Fahrzeugen geübt. Benjamin Westhoff/dpa
© Benjamin Westhoff/dpa
Rund 800 Einsatzkräfte, etwa 400 Statistinnen und Statisten und ein Szenario mit gefährlichen Stoffen: Im Kölner Rheinenergie-Stadion haben Hunderte Beteiligte bei einer großangelegten Bevölkerungsschutzübung den Ernstfall geprobt. Dort, wo normalerweise der 1. FC Köln Tore schießt, trainierten die Beteiligten mit großem Aufwand die Dekontamination von Menschen, Fahrzeugen und Geräten.
Das Übungsszenario sah laut Technischem Hilfswerk (THW) vor, dass es im Umkreis des Stadions zu einem Unfall in der Fabrik eines Pestizidherstellers kommt. Eine Wolke mit gefährlichen Stoffen zieht danach über die Region – worauf die Einsatzkräfte reagieren müssen.
Im Mittelpunkt der Übung stand eine neue Einheit, die ab Ende 2026 bei chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahren einsatzbereit sein soll. Sie trägt den Namen „rescEU-CBRN-DECON“ und wird gemeinsam vom THW, der Bundespolizei und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gestellt. Finanziert wird sie von der EU.
Die Zusammenarbeit bei der Übung laufe gut, sagte Übungsleiter Nils Jakubeit vom THW der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte sowohl für die Einsatzkräfte vor Ort als auch für die Abstimmung der beteiligten Institutionen im Hintergrund.