Panorama

Frauen mit 640-PS-Sportwagen erfasst: Mord-Prozess beginnt

Er habe mit seinem 640 PS starken Auto angeben wollen, so die Staatsanwaltschaft. Nun droht einem 25-Jährigen aus Remscheid lebenslange Haft wegen Mordes.

Von Frank Christiansen, dpa

24.01.2026

Spuren des Aufpralls. (Archivbild)David Young/dpa

Spuren des Aufpralls. (Archivbild)David Young/dpa

© David Young/dpa

Der Unfall sorgte in der Region für Entsetzen und Trauer: Nach dem Tod einer 19-jährigen Frau in Remscheid steht der Fahrer eines 640 PS starken Sportwagens am kommenden Freitag wegen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht. 

Der 25-Jährige hatte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit auffälligen Fahrmanövern angeben wollen. Er habe das Auto dazu am 30. April vergangenen Jahres mit hoher Beschleunigung und eingeschlagenen Rädern gestartet, um zu driften. 

Dabei sei der Wagen beim erneuten Anfahren ausgebrochen, auf den Bürgersteig geraten und habe zwei junge Frauen erfasst, heißt es. Eine 19-Jährige starb wenige Tage später an schweren Kopfverletzungen, eine 17-Jährige musste mit Knochenbrüchen und lebensgefährlichen inneren Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. 

Alkohol getrunken 

Zuvor soll der 25-Jährige das Feuerwehrfest in Remscheid-Lennep besucht und dort größere Mengen Alkohol getrunken haben, bevor er sich an das Steuer seines Sportwagens setzte, eines Mercedes-Benz AMG GT 63 S. 

Bereits auf der Fahrt in einen Wendehammer soll er auffällige Fahrmanöver durch wiederholtes schnelles Beschleunigen und Abbremsen vollzogen haben, um vor Fußgängern und den Mitinsassen des Wagens anzugeben, so die Anklage. 

Nachdem er gewendet hatte, habe er sich dann entschlossen, auf besonders spektakuläre Weise anzufahren, um mit seinem leistungsstarken Fahrzeug und seiner Fahrweise anzugeben. Die tödliche Gefahr für die Fußgänger habe er dabei „billigend in Kauf genommen“. 

Der Wagen sei bereits nach einer Sekunde unkontrolliert mit dem Fahrzeugheck ausgebrochen. Das Auto soll sodann auf den Gehweg geraten sein und ungebremst mit einer Geschwindigkeit von 60 – 65 Stundenkilometern die zwei jungen Frauen erfasst haben. 

Gutachten: Kollision vermeidbar 

Laut einem Gutachten hätte der Fahrer die Kollision vermeiden können, wenn er das extreme Fahrmanöver rechtzeitig abgebrochen hätte. Die 19-Jährige starb Tage später an schwersten Kopfverletzungen. Die 17-Jährige erlitt Knochenbrüche und innere Verletzungen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen nun Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, ein verbotenes Autorennen mit Todesfolge und Straßenverkehrsgefährdung vor. 

Zudem werden dem Mann fünf Fälle illegaler Autorennen zwischen 2022 und 2024 vorgeworfen, von denen die Ermittler Videos auf seinem Mobiltelefon entdeckten, wie sie mitteilten. Der Deutsche befindet sich in Untersuchungshaft. Sein Verteidiger ließ eine Anfrage zunächst unbeantwortet. 

Das Wuppertaler Landgericht hat die Anklage zum Prozess zugelassen, der genau neun Monate nach der Tat beginnt. Der Vorsitzende Richter Jochen Kötter hat bis Mitte März zehn Verhandlungstage angesetzt.

Anteilnahme nach dem tödlichen Unfall in Remscheid. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Anteilnahme nach dem tödlichen Unfall in Remscheid. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Spurensicherung am Unfallfahrzeug. Dem Fahrer des Wagens wird unter anderem Mord vorgeworfen. (Archivbild)David Young/dpa

Spurensicherung am Unfallfahrzeug. Dem Fahrer des Wagens wird unter anderem Mord vorgeworfen. (Archivbild)David Young/dpa

© David Young/dpa

Der Prozess beginnt am Wuppertaler Landgericht. (Archivbild)Jan-Philipp Strobel/dpa

Der Prozess beginnt am Wuppertaler Landgericht. (Archivbild)Jan-Philipp Strobel/dpa

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