Feuerwehr wegen Brand am Erfurter Domplatz weiter im Einsatz
Mitten in der Altstadt der Thüringer Landeshauptstadt fängt ein historisches Gebäude in der Silvesternacht Feuer. Noch immer läuft der Einsatz für die Brandbekämpfer. War es fahrlässige Brandstiftung?
Die Flammen breiteten sich in der Silvesternacht über die Dachstühle der einzelnen Gebäude in dem historischen Komplex aus.Marie Frech/-/dpa
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Die Folgen des Brandes in einem historischen Gebäudekomplex in der Silvesternacht beschäftigen die Feuerwehr in Erfurt weiter. Das Feuer ist zwar weitgehend gelöscht und auch der Rauch abgezogen. Aber die Brandbekämpfer rechnen damit, dass es weiter Glutnester etwa in schwer erreichbaren Hohlräumen geben könnte, wie Michael Schwabe, Abteilungsleiter für Gefahrenvorbeugung im Erfurter Brandschutzamt, sagte. Wann der Einsatz beendet werden könne, sei nicht absehbar.
Der Bereich um das nur wenige Meter vom Dom entfernt gelegene Gebäude ist weiter weiträumig abgesperrt. Es bestehe Gefahr, dass Windstöße Gebäudeteile herunter wehen, so Schwabe. Feuerwehrleute hatten am Vormittag begonnen, lose Teile vom Dachstuhl kontrolliert herunterfallen zu lassen.
Statiker sollen Gebäude begutachten
Im Laufe des Tages sollen Statiker die betroffenen Gebäude in Augenschein nehmen. Auch ein Brandursachenermittler der Polizei werde erwartet, so Schwabe. Zudem soll geklärt werden, ob Bewohner eventuell wichtige Gegenstände aus den Wohnungen holen können.
Das Feuer in dem Dachstuhl war in der Silvesternacht ausgebrochen. Die Flammen hatten dann auf die unmittelbar benachbarten Dachstühle übergegriffen. Verletzte gab es nicht.
„Wunder, dass kein Mensch verletzt wurde“
„Es ist nach wie vor unfassbar, was hier geschehen ist. Wenn man sich die Häuser anschaut, grenzt es an ein Wunder, dass kein Mensch verletzt wurde und alle Bewohner ihre Häuser rechtzeitig verlassen konnten“, sagte Erfurts Bürgermeisterin und Sicherheitsbeigeordnete Heike Langguth. Für einige Bewohner seien Notunterkünfte gefunden worden, zudem unterstütze die Stadt weiter bei Bedarf, so Langguth.
Die betroffenen Fachwerkhäuser prägen seit Jahrhunderten das Bild des Domplatzes, wie es aus der Stadtverwaltung hieß. Der Brand dort habe Erfurt tief getroffen. „Menschen haben ihr Zuhause, ihr Hab und Gut, ihre Erinnerungen an ihr Leben verloren, die wirtschaftliche Existenz eines Gastronomen wurde zerstört, wertvolle historische Bausubstanz schwer beschädigt“, fasst die Verwaltung die verheerende Bilanz zusammen.
Brandursache noch nicht geklärt
Die Brandursache steht bisher nicht fest. Aktuell geht die Polizei laut Mitteilung der Stadtverwaltung zumindest von fahrlässiger Brandstiftung aus und bittet um Zeugenhinweise. Die Feuerwehr hält es für möglich, dass ein Feuerwerkskörper Auslöser gewesen sein könnte.
Eigentlich herrsche auf dem Domplatz sowie in großen Teilen der Erfurter Altstadt ein Feuerwerksverbot, sagte Schwabe. Allerdings werde vor allem auf die Einsicht der Bevölkerung und Besucher gesetzt, sich an die Regelung zu halten. Konsequente Kontrollen seien in einer der einsatzstärksten Nächte des Jahres schwierig, so Schwabe.
„Persönliches unwiederbringlich verloren“
Zum Schutz historischer Altstädte wäre aus Sicht der Feuerwehr ein generelles Feuerwerksverbot sinnvoll, sagte Schwabe. „Solche Ereignisse wie hier will niemand und vor allem die Bewohner nicht, die Persönliches und Erinnerungsgegenstände unwiederbringlich verloren haben.“ Dennoch müsse geklärt werden, ob tatsächlich Pyrotechnik für den Brand am Domplatz ursächlich sei.
Wegen des Brandes kommt es weiter zu Einschränkungen im Stadtbahnverkehr, wie die Stadtwerke mitteilte. Direkt vor dem betroffenem Gebäude verlaufen Schienen der Straßenbahn.
Die Feuerwehr vermutet, dass es noch weitere Glutnester etwa in Hohlräumen geben könnte.Marie Frech/-/dpa
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Der historische Gebäudekomplex wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Genaue Angaben zum Umfang des Sachschadens gibt es bislang nicht.Marie Frech/-/dpa
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Der betroffene Gebäudekomplex liegt nur wenige Meter entfernt vom Dom. Der Domplatz mit seiner imposanten Kulisse aus zwei Gotteshäusern und etlichen historischen Gebäuden rund um das Areal ist auch bei Touristen ein beliebtes Fotomotiv. Marie Frech/-/dpa
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