Panorama

Eltern im Wahn getötet – Gericht schickt Sohn in Psychiatrie

Stimmen im Kopf, ein Dolch und ein geöffneter Tresor: Wie ein drogenabhängiger Mann im Wahn seine Eltern tötete – und warum das Gericht ihn für nicht schuldfähig hält.

Von dpa

20.03.2026

Das Gericht hielt den Täter wegen dessen Wahnvorstellungen für nicht schuldfähig.Thomas Banneyer/dpa

Das Gericht hielt den Täter wegen dessen Wahnvorstellungen für nicht schuldfähig.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Ein 48-jähriger Mann, der im Wahn seine Eltern getötet hat, muss in eine psychiatrische Klinik. Er habe sich im Zustand der Schuldunfähigkeit befunden und könne deswegen nicht wegen Mordes zur Verantwortung gezogen werden, urteilte das Bonner Schwurgericht. Der Mann hatte im vergangenen Juni seine Eltern (72 und 73 Jahre alt) in deren Haus in Bornheim (Rhein-Sieg-Kreis) mit einem Dolch erstochen. 

Die Staatsanwaltschaft hatte auf Mord plädiert, mit den Merkmalen Heimtücke und Habgier. Dafür aber gibt es nach Meinung des Gerichts keine hinreichenden Beweise, da der Angeklagte innerhalb eines paranoiden Wahnsystems gehandelt habe - deshalb die Zwangseinweisung in eine Klinik.

Der 48-Jährige, der zu dem Zeitpunkt des Verbrechens massiv drogenabhängig war, hatte sich laut Anklage am Tattag im Gartenhäuschen versteckt und seinem Vater aufgelauert. Als der 72-Jährige morgens die Terrassentür öffnete, um den Hund in den Garten zu lassen, attackierte der Sohn demnach zuerst den Vater und anschließend die Mutter. Beide verbluteten.

Polizei fand Leichen durch Zufall

Anschließend öffnete der 48-Jährige den Tresor im Keller, nahm 3.840 Euro sowie Schmuck mit und flüchtete mit dem Auto der Eltern. Am nächsten Tag wurde er Mann von der Polizei aufgegriffen, weil er sich vor einem Müllcontainer entkleidet hatte. Als Streifenbeamte die Eltern informieren wollten, dass sich ihr Sohn wegen eines psychischen Ausnahmezustandes in einer Klinik befinde, öffnete dort niemand. Stattdessen fand man die Leichen.

Der Angeklagte hatte im Prozess erklärt, dass er sich an Details nicht erinnern könne. In den Wochen vor der Tat habe er zunehmend Stimmen gehört, die ihn massiv unter Druck gesetzt hätten. Diese hätten ihn angewiesen, die Eltern zu töten, weil er dann nicht „nur eine Wohnung, sondern ein ganzes Haus und einen Jackpot im Keller“ habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

zur Merkliste

63-Jähriger schwebt nach Fahrradunfall in Lebensgefahr

Der eine fährt Rennrad, der andere Pedelec: Auf einem Radweg bei Versmold kollidieren zwei Radfahrer. Für einen der beiden 63-Jährigen endet der Zusammenstoß mit lebensgefährlichen Verletzungen.

Panorama

zur Merkliste

Landesweite Kontrollen zum „Car-Freitag“ in NRW

Das Gegenteil von stillem Feiertag: Zum „Car-Freitag“ treffen sich traditionell viele Menschen aus der Autotuning-Szene. Die Polizei hat zu diesem Anlass wieder große Kontrollaktionen durchgeführt.

Panorama

zur Merkliste

ICE-Strecke zwischen Dortmund und Münster wieder frei

Die Strecke zwischen Dortmund und Münster ist nach Reparaturarbeiten wieder freigegeben. Am Vormittag war der Verkehr auf der vielbefahrenen Strecke zeitweise gesperrt, was zu Verspätungen führte.