Panorama

Diese berühmten Kirchen kosten nichts

Ob Hamburger Michel oder Dom zu Speyer: Im Gegensatz zum Kölner Dom nehmen andere kirchliche Wahrzeichen im Land keinen Eintritt. Zumindest, solange man nicht hoch hinaus oder tief hinab will.

Von Tom Nebe, dpa

29.06.2026

Die Besichtigung des Kölner Doms kostet ab Juli Eintritt. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb gedeckt werden, heißt es.picture alliance/dpa

Die Besichtigung des Kölner Doms kostet ab Juli Eintritt. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb gedeckt werden, heißt es.picture alliance/dpa

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Zwölf Euro, um den Kölner Dom zu besichtigen. Die neue Besichtigungsgebühr für Deutschlands berühmteste Kirche sorgt für Wirbel.

Ob die Aufregung gerechtfertigt ist? Gebühren für Kirchen sind jedenfalls kein Novum: die Sagrada Família in Barcelona - 26 Euro, der St. Pauls Cathedral in London - rund 27 Euro, der Berliner Dom - 15 Euro. 

Und in Köln, das darf man auch nicht unter den Tisch fallen lassen, ist der Besuch bei Gottesdiensten ja weiter kostenlos und wer beten oder eine Kerze entzünden will, kann über die Seite am Nordquerhaus ohne Eintritt hinein.

Was ebenfalls in der Aufregung manchmal untergeht: Eintritt kostete der Dom schon vorher - zumindest, wenn man hoch hinauswollte. 

Der Zutritt zur Plattform des Südturms auf rund 100 Meter, kostet schon länger acht Euro. So viel zahlt man auch, wenn man zur Schatzkammer des Doms will.

Geld für Aussicht, Glocken oder Gruften: Das ist übliche Praxis in berühmten Kirchen Deutschlands. Hineingehen und den großen Kirchenraum bestaunen, das geht - im Unterschied zum Kölner Dom - aber vielerorts noch gratis. Eine kleine Liste großer Kirchen, für die gilt: Eintritt frei, Extras kosten.

Erfurter Dom

Der Dom und die Severikirche thronen als Ensemble über der thüringischen Hauptstadt. Im Dom gibt die Gloriosa den Ton an, die „größte, frei schwingende, mittelalterliche Glocke nördlich der Alpen“ (Bistum Erfurt). Geläutet wird die Glocke, die Anfang der 2000er-Jahre schon einmal aufwendig wegen eines Haarrisses repariert werden musste, aber nur zu ausgewählten Anlässen. Besichtigt werden kann sie immer. (Glockenführung: acht Euro*)

Erfurter Wahrzeichen: der Dom (l) und die Severikirche.Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn

Erfurter Wahrzeichen: der Dom (l) und die Severikirche.Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn

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Ulmer Münster

Den Titel des höchsten Kirchturms der Welt ist das Ulmer Münster los - seit der Anbringung eines Kreuzsegments im Herbst überragt die Sagrada Família den Turm in Schwaben. Der ist mit 161,5 Meter natürlich weiterhin ein Gigant. Als Besucher geht es bis auf 102 Meter. Der Blick soll bis zu den Alpen reichen, wenn das Wetter mitspielt. (Turmaufstieg: sieben Euro)

Nicht mehr der Höchste: Der Kirchturm des Ulmer Münster wird seit einigen Monaten von der Sagrada Família noch übertroffen.Jason Tschepljakow/dpa/dpa-tmn

Nicht mehr der Höchste: Der Kirchturm des Ulmer Münster wird seit einigen Monaten von der Sagrada Família noch übertroffen.Jason Tschepljakow/dpa/dpa-tmn

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Dom zu Speyer

Vier Kaiser, drei Kaiserinnen und vier Könige: Eine ganze Reihe von Herrschern fand im Dom zu Speyer einst die letzte Ruhe. Am bekanntesten dürfte Heinrich IV. sein, der im Mittelalter nach einem Streit mit dem Papst nach Canossa ging. Wer die Kaisergräber sehen will, zahlt 4,50 Euro.

Der Dom zu Speyer geht nicht in die Höhe, sondern in die Länge: Mit 134 Metern von vorn bis hinten gilt er als größte romanische Kirche weltweit.Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn

Der Dom zu Speyer geht nicht in die Höhe, sondern in die Länge: Mit 134 Metern von vorn bis hinten gilt er als größte romanische Kirche weltweit.Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn

© Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn

Frauenkirche Dresden

Sie scheint in ihren hellen Sandtönen fast zu strahlen: Die Frauenkirche mit ihrer glockenförmigen Riesenkuppel (Gewicht: 12.000 Tonnen) ist ein Fixpunkt im Dresdner Zentrum - und eine der schönsten Kirchen überhaupt. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde sie ab 1993 neu aufgebaut und 2005 geweiht. Wer auf die Kuppel hinauf möchte, zahlt zwölf Euro.

Die hellen Sandfarben lassen die Frauenkirche an sonnigen Tagen geradezu strahlen.Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn

Die hellen Sandfarben lassen die Frauenkirche an sonnigen Tagen geradezu strahlen.Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn

© Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn

Michel Hamburg

Unweit von Landungsbrücken und Reeperbahn ragt der Turm der St. Michaelis-Kirche über die Häuser der Hansestadt. Im Volksmund heißt Hamburgs größte Kirche schlicht Michel. Oft nur auf den 132 Meter hohen Turm reduziert, lohnt ein Blick ins Innere: Im hellen Kirchraum gibt es norddeutsch-barocke Pracht in Weiß und Gold, während sich darunter eine mächtige Krypta erstreckt - mehr als 2.000 Menschen wurden im Gruftgewölbe beigesetzt. 

Möchte man ganz nach unten und ganz nach oben, zahlt man zehn Euro. So viel kostet das Kombiticket für Turm und Krypta. Dafür gibt es auch Komfort: Zur Plattform auf 106 Meter führen 452 Stufen. Oder ein Aufzug.

Der Michel ist wegen des Turms berühmt - doch auch das Innere der Kirche ist sehenswert.picture alliance/dpa

Der Michel ist wegen des Turms berühmt - doch auch das Innere der Kirche ist sehenswert.picture alliance/dpa

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*Alle Preisangaben beziehen sich auf reguläre Erwachsenentickets.

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