Panorama

Diese Kreuzfahrtschiffe stechen 2027 in See

Wasserparks, Autoscooter und mehr Restaurants als in vielen Städten - MSC, Royal Caribbean und Co. bringen neue Ozeanriesen an den Start. Eine große US-Reederei baut indes erstaunlich kleine Schiffe.

Von Tom Nebe, dpa

29.10.2026

Kreuzfahrtschiffe sorgen beim ersten Anblick vor allem für ein Gefühl: Staunen. Das gilt auch für die neuen Schiffe, die 2027 vom Stapel laufen werden. 

Die Reedereien Royal Caribbean, Norwegian, Carnival, MSC und Disney erweitern ihre Flotten um bemerkenswerte Riesenpötte - und auch auf den Flüssen tut sich was. Ein Überblick.

„Hero of the Seas“

Royal Caribbean setzt mit der „Hero of the Seas“ die Icon-Klasse fort. Das vierte Schiff dieser Baureihe ist 364 Meter lang, hat 20 Decks und bietet Platz für 5.654 Passagiere. Ab August 2027 sticht es von Miami aus zu Karibik-Kreuzfahrten in See.

Highlight ist der quietschbunte Wasserpark „Category 6“, den die Reederei als größten auf See bezeichnet. Nachprüfbar ist das kaum. Dass die Auswahl an Rutschen auf dem Oberdeck groß ist, ist unbestritten: Unter anderem warten zwei neue Familien-Rafting-Rutschen. 

Auf dem Skywalk „Crown’s Edge“ können Mutige knapp 47 Meter über dem Ozean laufen. 

Royal Caribbean setzt mit der „Hero of the Seas“ die Icon-Klasse fort. Wie auf den anderen Schiffen sticht auch hier der bunte Rutschenpark ins Auge.Royal Caribbean/dpa-tmn

Royal Caribbean setzt mit der „Hero of the Seas“ die Icon-Klasse fort. Wie auf den anderen Schiffen sticht auch hier der bunte Rutschenpark ins Auge.Royal Caribbean/dpa-tmn

© Royal Caribbean/dpa-tmn

„Norwegian Aura“

Die „Norwegian Aura“ ist laut der Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) rund 345 Meter lang und bietet 3.840 Passagieren Platz. Sie ist damit rund zehn Prozent größer als ihre Schwesterschiffe „Norwegian Aqua“ und „Norwegian Luna“, die 2025 und 2026 Premiere hatten.

Auch hier sind Rutschen eines der Herzstücke: Fünf davon gibt es allein im Bereich „Ocean Heights“, also Ozeanhöhen. Darunter sind mehr als 120 Meter lange Mattenrutschen, auf denen man parallel um die Wette rasen kann, und eine „Drop-in“-Rutsche, bei der sich laut Reederei der Boden unter den Füßen öffnet und es 75 Meter hinabgeht.

Typisch für NCL ist die auffällige Farbgebung der Schiffe: Diesmal stammt das Design der Außenhaut von der Künstlerin Rosie Woods - die blau-lila Muster seien von Himmelslichtern und der Biolumineszenz des Ozeans inspiriert. Die Aura startet im Frühling zunächst im Mittelmeer und ist ab Sommer in Miami stationiert. 

Auffällige Außenhaut: Die „Norwegian Aura“ bietet 3.840 Passagieren Platz.NCL/dpa-tmn

Auffällige Außenhaut: Die „Norwegian Aura“ bietet 3.840 Passagieren Platz.NCL/dpa-tmn

© NCL/dpa-tmn

„Carnival Festivale“

Wenn die „Carnival Festivale“ im Mai erstmals aus Port Canaveral in Florida ausläuft, können bis zu 5.300 Passagiere mitfahren. Das Entertainment an Bord ist unter anderem auf Musik fokussiert, so die Reederei. Im „Studio 724“ etwa soll es eine synchronisierte Licht- und Klangwelt geben.

Zudem stehen Familien im Fokus: Es gibt einen Wasserpark, Abenteuerparcours, Minigolfplatz und mehr als 1.000 verbundene Kabinen, sodass etwa Eltern in einer und die Kinder in der anderen schlafen können. Damit stünden 70 Prozent mehr dieser Kabinen zur Verfügung als in den bisherigen Schiffen dieser Baureihe.

Familien im Fokus: Die „Carnival Festivale“ sticht im Mai in See.Carnival Cruises/dpa-tmn

Familien im Fokus: Die „Carnival Festivale“ sticht im Mai in See.Carnival Cruises/dpa-tmn

© Carnival Cruises/dpa-tmn

„MSC World Atlantic“

Auf keinem der neuen Schiffe können mehr Menschen mitreisen: Die „MSC World Atlantic“ hat Platz für 6.758 Passagiere. 

Acht von ihnen nächtigen, das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt, besonders geräumig: in der „Grand Hamptons Villa“, einer großen, nun ja: Kabine? Ein Haus im Schiff wäre angesichts von 230 Quadratmeter Fläche samt Privatkino vermutlich die treffende Bezeichnung.

Entsprechend der Passagier-Kapazität hat das Schiff, das im November erstmals ab Port Canaveral ablegen soll, mehr als 20 Restaurants zur Auswahl und ebenso viele Bars und Cafés. Es gibt Autoscooter, Rollschuhbahn, einen Kletterparcours und einen Wasserpark. 

Und den Cliffhanger - auf ihm kann man laut Reederei 50 Meter über dem Meer schaukeln. Warum auch nicht?

Die Hauptsuite des „Hamptons Villa“-Wohnbereichs - für sich allein wäre das schon eine mehr als geräumige Kabine.MSC Cruises/dpa-tmn

Die Hauptsuite des „Hamptons Villa“-Wohnbereichs - für sich allein wäre das schon eine mehr als geräumige Kabine.MSC Cruises/dpa-tmn

© MSC Cruises/dpa-tmn

„Disney Believe“

Wo Disney draufsteht, ist Disney drin. An Bord des neusten Schiffes der Disney Cruise Line gibt es ein Familienrestaurant im Stile der „Eiskönigin“. Die große Halle ist vom Design vom Südsee-Epos „Vaiana“ inspiriert, und zu sehen gibt es laut Reederei die weltweit erste Bühnenadaption von „Encanto“ mit der magischen Familie Madrigal. 

Die „Disney Believe“ bietet Platz für rund 4.000 Passagiere. Sie wird in der Meyer Werft in Papenburg gebaut und soll im Dezember von Fort Lauderdale zu ihrer Jungfernfahrt ablegen.

Nomen est omen: Auf der „Disney Believe“ begegnen Passagiere vielen Heldinnen und Helden aus Disneyfilmen.Disney/dpa-tmn

Nomen est omen: Auf der „Disney Believe“ begegnen Passagiere vielen Heldinnen und Helden aus Disneyfilmen.Disney/dpa-tmn

© Disney/dpa-tmn

„Oceania Sonata“

Etwas kleiner als die genannten Ozeanriesen ist das neue Schiff der Reederei Oceania Cruises, die Luxusreisende als ihre Zielgruppe nennt. Auf der „Oceania Sonata“, mit 281 Metern Länge keinesfalls ein Winzling, ist das Verhältnis von Crewmitgliedern zu Passagieren mit 855 zu 1.390 entsprechend großzügig. 

Ein Drittel der Kabinen sind der Reederei zufolge Suiten, wobei die größten - wie bei der Hamptons Villa auf der „MSC World Atlantic“ - eher Häuser im Schiff sind: Sie messen ebenfalls um die 230 Quadratmeter. Erstmals ablegen soll die Sonata im August.

Die „Oceania Sonata“ bietet viel Platz für die zahlungskräftigen Reisenden.Oceania Cruises/dpa-tmn

Die „Oceania Sonata“ bietet viel Platz für die zahlungskräftigen Reisenden.Oceania Cruises/dpa-tmn

© Oceania Cruises/dpa-tmn

„Celebrity Compass“ und „Celebrity Seeker“

Ab August bietet Celebrity Cruises Flussreisen an und schickt dafür die Schiffe „Celebrity Compass“ und „Celebrity Seeker“ auf Rhein und Donau.

Moment, Celebrity? Die US-Reederei steht doch für Hochseekreuzfahrten mit großen Schiffen. Richtig, doch die Marke expandiert auf die Flüsse. Die Compass und die Seeker sind die ersten von 20 geplanten Neubauten. 

Herausstechend sind laut Reederei offene Decks mit 360-Grad-Panorama. Auf dem „Magic Edge“ sollen Gäste quasi über dem Fluss essen können - die Plattform ragt teils über das Wasser.

Die „Celebrity Compass“ ist eines der beiden Schiffe, mit denen Celebrity Cruises seine Premiere auf dem Flussreisemarkt gibt.Celebrity Cruises/dpa-tmn

Die „Celebrity Compass“ ist eines der beiden Schiffe, mit denen Celebrity Cruises seine Premiere auf dem Flussreisemarkt gibt.Celebrity Cruises/dpa-tmn

© Celebrity Cruises/dpa-tmn

„Amadeus Mira“

Schon länger, nämlich seit Mitte der 1990er-Jahre, ist Amadeus Flusskreuzfahrten am Markt. Die Marke mit Sitz in München bringt 2027 die „Amadeus Mira“ an den Start. Mit einem Hybrid-Elektroantrieb und anderen Technologien soll das Schiff möglichst nachhaltig unterwegs sein.

An Bord soll das „Café Vienna“ österreichische Kaffeehauskultur auf den Fluss bringen. Neben einem beheizten Pool gibt es unter anderem ein kleines Stück Grün auf dem Deck, auf dem man Golfbälle einlochen kann.

Die Mira erweitert die Flotte von Amadeus Flusskreuzfahrten.Amadeus/dpa-tmn

Die Mira erweitert die Flotte von Amadeus Flusskreuzfahrten.Amadeus/dpa-tmn

© Amadeus/dpa-tmn

Das könnte Sie auch interessieren