Panorama

Bilanz: 2.340 Einsätze, 800 Ermittlungen, 430 Festnahmen

Angriffe auf Polizisten mit Pyrotechnik und zahlreiche Verletzte: In Berlin verlief die Silvesternacht für Polizei und Feuerwehr keineswegs friedlich, sondern oft aggressiv.

Von dpa

01.01.2026

In der Silvesternacht in Berlin wird die Polizei zu 2.340 Einsätzen gerufen.Sebastian Gollnow/dpa

In der Silvesternacht in Berlin wird die Polizei zu 2.340 Einsätzen gerufen.Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Die Berliner Polizei ist in der Silvesternacht zu 2.340 Einsätzen alarmiert worden. Das waren knapp 200 Einsätze pro Stunde zwischen 18.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens, wie in der Bilanz der Nacht mitgeteilt wurde. Dabei leitete die Polizei im gesamten Stadtgebiet etwa 800 Ermittlungen wegen verschiedener Delikte ein. 

Meistens ging es um Verstöße gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz. Dazu kamen Angriffe auf Polizisten und Widerstandshandlungen, Brandstiftungen, Körperverletzungen und Landfriedensbruch. 

35 Polizisten verletzt

Polizisten nahmen im Zusammenhang mit Silvester rund 430 Menschen fest. 14 wurden den Angaben zufolge zur Verhinderung weiterer Taten inhaftiert, 7 zum Erlass eines Haftbefehls einem Richter vorgeführt.

Durch die zahlreichen Angriffe besonders mit Feuerwerkskörpern auf die Polizei habe es zahlreiche Verletzte gegeben. 35 Polizisten wurden demnach verletzt, 2 davon so schwer, dass sie stationär in Krankenhäusern aufgenommen werden mussten. In 22 Fällen entstanden die Verletzungen durch das Beschießen oder Bewerfen mit Raketen oder Böllern. 

Bei einer linken Demonstration „Silvester im Knast“ mit rund 200 Teilnehmern in Moabit seien Polizisten „massiv mit Pyrotechnik angegriffen“ worden. Mehrere Demonstranten wurden demnach festgenommen. 

Die Demonstration und Party „World Peace Berlin“ an der Siegessäule sei in der Spitze von rund 2.000 Teilnehmer besucht worden, so die Polizei. Die Veranstalter sprachen von 35.000 Besuchern und kündigten eine Wiederholung am Silvesterabend in einem Jahr an. 

Fahrgastschiff beschossen

Weiter listete die Polizei viele Fälle von Zerstörungen auf. Insgesamt wurden demnach 41 Autos, 4 Motorräder und 2 Roller angezündet oder gerieten in Brand. Von der Rathausbrücke in Mitte hätten gegen 22.00 Uhr unbekannte Täter ein Fahrgastschiff beschossen, einen Menschen verletzt und eine Glasscheibe des Schiffes beschädigt. 

In Kreuzberg wurde auf der Skalitzer Straße ein Auto beschossen, der Fahrer entdeckte ein Einschussloch im Dach. Die Polizei ermittelt wegen des Waffengebrauchs auch in Richtung organisierter Kriminalität. 

Kurz nach Mitternacht hätten rund 150 Menschen in Kreuzberg auf der Kreuzung Mehringdamm und Yorckstraße die Polizei gezielt mit Flaschenwürfen und Pyrotechnik angegriffen. Gegen 0.20 Uhr flogen den Angaben zufolge Steine und Raketen aus einer Menschenmenge auf dem Rosenthaler Platz in Mitte auf ein Polizeiauto. Polizisten nahmen einen Mann und eine Frau fest.

Angriffe mit Pyrotechnik

In Moabit griffen laut Polizei rund 50 Menschen an der Beusselstraße einen Einsatzwagen an und zündeten Gegenstände auf der Straße an. Die Menschenmenge sei auf 500 Personen angewachsen. „Die Angriffe mit Pyrotechnik waren dabei so massiv, dass die Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr zu Brandlöschung nicht eingesetzt werden konnten.“ Erst ein Wasserwerfer und gezielte Festnahmen habe die Lage beruhigt. 

In Spandau sei eine gezündete Pyrotechnikbatterie umgekippt. Ein abgefeuerter Feuerwerkskörper habe ein Pyrotechnikdepot in der Nähe entzündet. Dadurch explodierte eine Kugelbombe, die die Schaufensterfront eines Geschäfts zerstörte. Auch in Mariendorf im Süden Berlins wurde die Front eines Geschäfts durch eine Detonation vollständig demoliert.

Zahlreiche Einsätze muss die Berliner Polizei in der Silvesternacht absolvieren. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Zahlreiche Einsätze muss die Berliner Polizei in der Silvesternacht absolvieren. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Bei den Ermittlungen ging es meistens um Verstöße gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Bei den Ermittlungen ging es meistens um Verstöße gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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Es gab zahlreiche Einsätze in der Silvesternacht. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Es gab zahlreiche Einsätze in der Silvesternacht. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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Durch die zahlreichen Angriffe besonders mit Feuerwerkskörpern auf die Polizei gab es zahlreiche Verletzte. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Durch die zahlreichen Angriffe besonders mit Feuerwerkskörpern auf die Polizei gab es zahlreiche Verletzte. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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