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Anstehende Luchs-Hochzeit im Wuppertaler Zoo

Kater Viktor kann die kürzlich eingetroffene Katze Missy im Wuppertaler Zoo schon riechen. Ihr Zusammentreffen ist nur eine Frage von Wochen bis Monaten. Es kann Bedeutung über NRW hinaus haben.

Von dpa

13.02.2026

Luchskatze Missy soll demnächst mit Luchskater Viktor zusammenkommen.Zoo Wuppertal/dpa

Luchskatze Missy soll demnächst mit Luchskater Viktor zusammenkommen.Zoo Wuppertal/dpa

© Zoo Wuppertal/dpa

Im Wuppertaler Zoo steht eine Luchs-Hochzeit mit einer Bedeutung über die Landesgrenzen hinaus an. Luchskater Viktor und Luchskatze Missy sollen für Nachwuchs mit einer Perspektive auf die freie Wildbahn sorgen. Das neue Paar soll eine große Rolle bei der Wiederansiedlung des Luchses in Nordrhein-Westfalen in einigen Jahren spielen. Ein Projekt, das helfen soll, die relativ isoliert lebenden kleinen Populationen zu verbinden.

Woher stammen die füreinander bestimmten Tiere? 

Viktor kam vor vier Monaten aus dem Wildkatzendorf Hütscheroda in Thüringen, das Luchse auch auf eine Auswilderung vorbereitet. Viktor war dafür aber nicht scheu genug. Der junge Kater wurde im Tierpark Bern geboren.

Missy ist genau sechs Jahre älter als der erst knapp zweijährige Luchskater Viktor. Die Luchskatze wurde vor einem Monat aus dem Wildpark Reuschenberg in Leverkusen für die Zucht in den Zoo nach Wuppertal gebracht. 

Wie kommen sich die Luchse näher?

Beide Raubkatzen sind aktuell auf getrennten Außenanlagen ohne einen direkten Kontakt untergebracht. Vor einem Zusammentreffen des künftigen Paares werden noch veterinärmedizinische Untersuchungen abgewartet. 

Sie können sich aber schon mal sehen und riechen. Der nächste Schritt wird sein, dass sich die Luchse an einem Gitter näher kommen - Nase an Nase. Dann kann auch deutlich werden, ob es mit den beiden Tieren klappen kann.

Er ist für einen Kater noch sehr jung. In der Gefangenschaft kann die Geschlechtsreife nach Expertenmeinung aber auch früh eintreten. Sie ist im besten Zuchtalter und kann noch einige Jahre Nachwuchs bekommen. 

Luchskater Viktor und Luchskatze Missy, die er in einem anderen Gehege schon sehen und riechen kann, sollen als neues Zuchtpaar für Nachwuchs sorgen.Claudia Philipp/Zoo Wuppertal/dpa

Luchskater Viktor und Luchskatze Missy, die er in einem anderen Gehege schon sehen und riechen kann, sollen als neues Zuchtpaar für Nachwuchs sorgen.Claudia Philipp/Zoo Wuppertal/dpa

© Claudia Philipp/Zoo Wuppertal/dpa

Wie schnell geht das mit dem Nachwuchs?

Das ist noch völlig unklar. Eine Frage ist dann auch, ob der Wurf angenommen wird. Wenn der Nachwuchs von Tierpflegern mit der Hand aufgezogen werden muss, können diese Luchse später allerdings nicht ausgewildert werden. 

Ob der mögliche Nachwuchs des neuen Wuppertaler Zuchtpaares Viktor und Missy tatsächlich ausgewildert wird, steht ebenfalls noch nicht fest. Es kann auch sein, dass Jungtiere zur weiteren Zucht in einem Zoo verbleiben werden. 

Wann und wo sollen Luchse in NRW ausgewildert werden?

Die Projektpartner wie die Umweltschutzorganisation BUND peilen an, innerhalb von fünf Jahren einen ersten Luchs in die freie Natur zu entlassen und danach weitere Tiere auszuwildern. Nach Ansicht des BUND NRW kommen mehrere große Waldgebiete wie Rothaargebirge, Senne und Eggegebirge infrage. Vor fast 300 Jahren ist das letzte Exemplar im heutigen NRW erlegt worden. 

Warum ist das auch überregional von Bedeutung?

Es gibt nur kleinen Populationen in Mitteleuropa. Um die genetische Vielfalt zu erhalten, sollen die Gruppen möglichst in Verbindung stehen. Durchziehende Luchskater laufen auf der Suche nach Luchskatzen bisher in NRW ins Leere. 

In Deutschland gibt es Vorkommen langjährig im Bayerischen Wald, dann im Harz und im Pfälzerwald. In Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen sind Wiederansiedlungsprojekte im Gange. Etwa 200 Luchse gibt es bundesweit.

Werden Probleme wie beim Wolf befürchtet?

In der freien Wildbahn ernähren sich Luchse hauptsächlich von Rehen, betonen die Projektpartner. Für den Menschen stelle das überaus scheue Tier keine Gefahr dar. Die Chancen, ihm über den Weg zu laufen, lägen beinahe bei null.

Der Schafzuchtverband NRW hofft, dass es auch in Zukunft keine großen Probleme mit Luchsen gibt. Als Lauerjäger greife er sich jeweils nur ein Tier. Der Wolf reiße hingegen viele Tiere einer Herde, heißt es beim Verband.

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