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Zollkontrollen: Friseure zahlen häufig keinen Mindestlohn

Friseure und Kosmetikerinnen gelten als schlecht bezahlt - das bestätigten Zollkontrollen in Thüringen und Südwestsachsen. Doch sie offenbarten noch mehr.

Von dpa

28.09.2026

Zoll entdeckte viele Verstöße bei Friseuren und in Kosmetikstudios (Illustration).  Leonie Asendorpf/dpa

Zoll entdeckte viele Verstöße bei Friseuren und in Kosmetikstudios (Illustration). Leonie Asendorpf/dpa

© Leonie Asendorpf/dpa

Der Zoll hat bei Kontrollen in Friseur- und Kosmetiksalons in Thüringen und Südwestsachsen eine Reihe von Missständen aufgedeckt. Kontrolliert wurden bei einer Schwerpunktprüfung am vergangenen Samstag 52 Geschäfte, in 37 Fällen gab es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. In elf Fällen, darunter 7 in Thüringen, seien Mindestlohnverstöße und in fünf Thüringer Fällen Schwarzarbeit von Menschen aus dem Ausland festgestellt worden, teilte das Hauptzollamt Erfurt mit. 

Es beteiligte sich an einer bundesweiten Aktion gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung im Friseur- und Kosmetikgewerbe. Zöllner inspizierten 36 Geschäfte in Thüringen und 16 in Südwestsachsen. Insgesamt seien bei der Aktion 78 Zöllnerinnen und Zöllner im Einsatz gewesen. Befragt wurden 147 Beschäftigte zu ihren Arbeitsverhältnissen, darunter 99 in Thüringen. 

Arbeitnehmer haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 13,90 Euro brutto pro Stunde. Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber, die ein geringeres Entgelt vorsehen, sind nach Angaben des Zolls unwirksam und werden bei Aufdeckung geahndet.

Ermittlungsverfahren nach Kontrolle in Nagelstudio

Bei den Kontrollen seien in sieben Fällen keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt worden, mit sechs das Gros in Thüringen. Je einen Fall von Sozialleistungsmissbrauch stellten die Zöllner in jeder der beiden Regionen fest. Zudem gab es zwölf weitere Unregelmäßigkeiten wie fehlende Ausweisdokumente. In einem Nagelstudio in Ilmenau sei von den Zöllnern direkt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von Verstößen gegen ausländerrechtliche Bestimmungen eingeleitet worden. 

Nach der Aktion am vergangenen Sonntag gebe es umfangreiche Nachprüfungen, so das Hauptzollamt. Weitere Geschäftsunterlagen würden geprüft, zudem werde der Informationsaustausch mit der Deutschen Rentenversicherung und weiteren Behörden genutzt.

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