Zingler verteidigt Transferpolitik: „Wir sind scheiße-geil“
Union Berlin hat eine sehr treue Fanbasis. Doch es gibt auch immer wieder Kritik an der Art des Fußballs der Eisernen. Vereinsboss Zingler wehrt sich dagegen und benutzt dafür auch deftige Worte.
Unions Mitgliederversammlung fand im Stadion An der Alten Försterei statt.Matthias Koch/dpa
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Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat die Transferpolitik des Vereins wortstark verteidigt und Kritik an der angeblich unattraktiven Spielweise der Eisernen in der Fußball-Bundesliga vehement zurückgewiesen.
„Sprechen Sie mit den Menschen, die hier sind, die hierherkommen, trotz dieser phänomenalen Unattraktivität unseres Fußballs der letzten Jahre. Wir haben bei jedem Spiel 30.000 Verlosungen (um Eintrittskarten), wir haben eine hohe Nachfrage, wir haben 70.000 Vereinsmitglieder dazugewonnen, ja, wir sind scheiße-geil, trotz unserer phänomenalen Unattraktivität“, wetterte Zingler in einer Medienrunde kurz vor der Mitgliederversammlung des Clubs. Inzwischen stehen die Berliner bei 71.958 Mitgliedern.
Transfer-Überschuss ein Muss
Mit dem Einkauf und Verkauf von Spielern in der gerade abgelaufenen Sommer-Wechselfrist sei man „total zufrieden“, versicherte der 62-Jährige. Union müsse in jedem Transferfenster einen Überschuss erzielen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, erläuterte Zingler.
Am Dienstag war Stürmer Ilyas Ansah zum Premier League-Aufsteiger Hull City transferiert worden. Laut Medienberichten könnte Union mit Boni die Clubrekordsumme von 22 Millionen Euro einstreichen. Auch die beiden Innenverteidiger Danilho Doekhi und Diogo Leite hatten den Club vor dessen achter Bundesliga-Spielzeit im Sommer verlassen.
Zingler warnte energisch davor, die Erwartungen angesichts der ökonomischen Bedingungen zu hoch anzusetzen. Union-Fans müssten damit klarkommen, dass man auch mal 14 Spiele verliere - und das würden sie auch.
„Wir müssen nur aufpassen, dass Anspruch und Vermittlung von Themen sich nicht vollkommen von der Realität entfernt. Da tun wir uns in der Gesellschaft keinen Gefallen. Weil Leute dann irgendwann nicht mehr hinhören, nicht mehr lesen, sich entfremden und, und, und, wenn sie permanent irgendwas aufgezeigt bekommen, was im Grunde mit der Realität vor Ort nichts zu tun hat“, sagte Zingler.
Zingler erklärte die Transferpolitik des Clubs.Matthias Koch/dpa
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