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Zentralrat: Antisemitismus-Vorfall in Hotel rechtlich prüfen

Eine Hotel-Antwort sorgt für Entsetzen: „Keine Juden erlaubt“. Was der Zentralrat der Juden jetzt fordert – und was er zur Entschuldigung des Hotels sagt.

Von dpa

03.06.2026

Schuster sagt: „Meine Erwartung ist, dass dieser Vorfall auf seine strafrechtlichen Konsequenzen überprüft wird.“ (Archivbild)Pia Bayer/dpa

Schuster sagt: „Meine Erwartung ist, dass dieser Vorfall auf seine strafrechtlichen Konsequenzen überprüft wird.“ (Archivbild)Pia Bayer/dpa

© Pia Bayer/dpa

Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert nach der antisemitischen Äußerung eines bayerischen Hotels gegenüber einem Gast aus Israel eine juristische Untersuchung. „Die menschenverachtende Aussage „keine Juden erlaubt“ lässt sich unabhängig vom Versuch ihrer Kontextualisierung keinesfalls rechtfertigen“, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der dpa. „Meine Erwartung ist, dass dieser Vorfall auf seine strafrechtlichen Konsequenzen überprüft wird.“

Schuster bezog sich auf die Antwort, die das „Hotel zum Hirschen“ in Lam in der Oberpfalz auf eine Buchungsanfrage aus Israel geschickt hatte. Laut einem Post der israelischen Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador-Fresher, auf der Plattform X hieß es darin auf Englisch: „Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.“

Das Hotel hat sich inzwischen per E-Mail bei dem Gast entschuldigt und lud diesen zu einem kostenlosen Urlaub ein. Es begründete seine Antwort damit, dass es seit längerer Zeit mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen über eine große Buchungsplattform konfrontiert sei, bei denen Nutzerdaten gestohlen worden sein sollen. Auch bei der Anfrage aus Israel habe man fälschlicherweise angenommen, dass es sich um einen Fake handele. „Das ist überhaupt nicht unser Weltbild“, sagte Juniorchef Andreas Vogl auf Anfrage. 

Schuster: schockierender Gedankengang 

Schuster kritisiert das Hotel dennoch scharf: „Auch wenn ich die Entschuldigung für diese inakzeptable Äußerung zur Kenntnis genommen habe, bleibt es schockierend, dass jemand diesen Gedankengang nicht nur haben, sondern auch verschriftlichen und verschicken würde.“

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