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Wut-Bühne für Gewerkschafter und Politik bei Zalando-Protest

„Bodenlos“: Bei einer Kundgebung gegen die Schließung des Erfurter Zalando-Standorts hält Arbeitsministerin Schenk mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Auch andere finden deutliche Worte.

Von dpa

18.04.2026

Die Kundgebung vor dem Hauptbahnhof in Erfurt richtete sich gegen die Schließungspläne Zalandos für das Logistikzentrum in Erfurt. Bodo Schackow/dpa

Die Kundgebung vor dem Hauptbahnhof in Erfurt richtete sich gegen die Schließungspläne Zalandos für das Logistikzentrum in Erfurt. Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Bei einer Kundgebung gegen die geplante Schließung des Zalando-Standortes in Erfurt haben sich Mitarbeiter, Gewerkschafter aber auch prominente Politikvertreter Luft gemacht. Vor allem der Umgang des Internet-Modehändlers mit der Belegschaft und dem Betriebsrat stand dabei im Mittelpunkt der Kritik. „Der hat bei der letzten Betriebsversammlung einen neuen Tiefstand erreicht: Da war von der Geschäftsleitung gar keiner mehr da“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Matthias Adorf bei dem Protest vor dem Erfurter Hauptbahnhof. 

„Systematisches in-den-Arsch-Treten“

Auch Arbeitsministerin Katharina Schenk kritisierte den Dax-Konzern und seine nach ihrer Ansicht fehlende Kooperationsbereitschaft deutlich. „Ich war stocksauer“, fasste die SPD-Politikerin ihr Empfinden nach ihrem Besuch bei der Betriebsversammlung am vergangenen Mittwoch zusammen.

Sie unterstellte Zalando ein „systematisches „In-den-Arsch-Treten“ von den Menschen, die den Erfolg erwirtschaftet haben“. Sie betonte: „Starke, gesunde, gut bezahlte Arbeitnehmer sind die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg, sonst nichts.“

Neben Schenk waren auch andere Politiker vor Ort, darunter Finanzministerin Katja Wolf und Infrastrukturminister Steffen Schütz (beide BSW), sowie der ehemalige Ministerpräsident und Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke).

Es gehe nicht nur um Arbeitsplätze

Gewerkschaftssekretär Adorf betonte, dass es nicht nur um Arbeitsplätze gehe, sondern auch um Biografien. Als er selbst vor einigen Jahren bei Zalando gearbeitet habe, habe er dort seine heutige Ehefrau kennengelernt. „Das ist nicht die einzige Zalando-Ehe, die es hier in Erfurt gibt.“

Im Zalando-Logistikzentrum in Erfurt sind rund 2.700 Arbeitnehmer beschäftigt. Nach den Plänen des Dax-Konzerns soll es im September geschlossen werden. Dagegen wehrt sich die Arbeitnehmervertretung. Den für Mitarbeiter überraschenden Schritt hatte Zalando Anfang des Jahres kurz nach der arbeitsintensiven Weihnachtszeit angekündigt.

Grund ist nach Unternehmensangaben eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You im vergangenen Jahr.

Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) schoss in ihrem Redebeitrag hart gegen das Agieren Zalandos.Bodo Schackow/dpa

Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) schoss in ihrem Redebeitrag hart gegen das Agieren Zalandos.Bodo Schackow/dpa

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