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Würth nach „herausforderndem Geschäftsjahr“ eher vorsichtig

Trotz Umsatzrekord knallen beim Handelskonzern wohl keine Sektkorken. Der Gewinn stagniert und auch 2026 dürfte herausfordernd werden. Hat das Folgen für die Beschäftigten?

Von dpa

14.01.2026

Würth: Leichtes Umsatzwachstum im vergangenen Jahr. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

Würth: Leichtes Umsatzwachstum im vergangenen Jahr. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Der Handelskonzern Würth hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz leicht gesteigert, tritt beim Gewinn aber auf der Stelle. Der Umsatz stieg 2025 um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 20,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen aus Künzelsau im Nordosten Baden-Württembergs anhand des vorläufigen Jahresabschlusses mitteilte. Der bisherige Umsatzrekord lag bei rund 20,4 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023.

Würth blicke auf ein herausforderndes Geschäftsjahr zurück, das von geopolitischen Unsicherheiten und einer schwachen Konjunktur geprägt gewesen sei, sagte Würth-Chef Robert Friedmann laut Mitteilung. Dennoch habe Würth Marktanteile gewonnen, hieß es laut Mitteilung. „Vor diesem Hintergrund sind wir mit diesem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte Friedmann.

Würth-Chef Friedmann: „Mit diesem Ergebnis sehr zufrieden.“ (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

Würth-Chef Friedmann: „Mit diesem Ergebnis sehr zufrieden.“ (Archivbild)Bernd Weißbrod/dpa

© Bernd Weißbrod/dpa

Das Betriebsergebnis liege mit 940 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Dieses war 2024 aber deutlich eingebrochen. 2023 lag der Gewinn vor Steuern noch bei über 1,4 Milliarden Euro.

Ausblick auf 2026

Mit Blick auf das laufende Jahr sagte Friedmann auf Nachfrage: „Wir glauben, dass es Anlass zur Hoffnung gibt, obwohl die Anzeichen dafür noch sehr spärlich sind.“ Die Maßnahmen der Bundesregierung würden irgendwann ankommen, sagte Friedmann.

Der Konzern plane mit einem moderaten Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich, sagte Finanzchef Ralf Schaich. Und entsprechend auch mit einem moderaten Ergebniszuwachs, wenngleich das anspruchsvoll sei. „Das letzte Jahr war herausfordernd und 2026 wird mindestens genauso herausfordernd sein“, sagte Schaich. 

Anzahl der Beschäftigten geht zurück

Weltweit zähle der Konzern aktuell 86.415 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hieß es laut Mitteilung. Das sind knapp 2.000 weniger als im Jahr 2024. Auch in Deutschland ging die Anzahl der Beschäftigten zurück. Hier beschäftige Würth 26.672 Menschen. Das waren 636 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 2,3 Prozent entspricht. 

Würth wolle weiter am Mitarbeiterbestand festhalten, sagte Friedmann. Man habe keinen strukturellen Personalabbau betrieben. Daran wolle er auch dieses Jahr festhalten. Das Minus sei durch Fluktuation und dem nicht nachbesetzen von Stellen zustande gekommen. Würth habe sich zuletzt auch bei Einstellungen zurückgehalten.

Würth ist bekannt für seine Produkte im Montage- und Befestigungsbereich. Dazu zählen etwa Schrauben oder Dübel.

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