Wohin bei Kälte? Hessens wärmste Orte im Winter
Von Thermen bis Tropenhaus: In Hessen gibt es viele Möglichkeiten, sich bei Winterkälte aufzuwärmen. Diese warmen Orte sind jetzt besonders einladend.
Das Wasser des Kochbrunnens steigt aus 2.000 Meter Tiefe an die Oberfläche. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa
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In Hessen bleibt es in den kommenden Tagen kalt und frostig. Bei winterlichen Temperaturen dürften sich viele Menschen warme Orte wünschen, an denen sie ihre Freizeit verbringen können. Ob in der Therme, im Palmenhaus oder auf dem Indoor-Spielplatz - in Hessen gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Eine Auswahl:
Abstecher in die Tropen
Wenn es kalt ist, lockt der Frankfurter Palmengarten mit tropischem Flair. Unter Glas wachsen Petticoat-, Fischschwanz-, Betelnuss- und Bergpalmen, Araukarien, Palm- und Baumfarne. Es gibt einen Wasserfall, der in ein Bassin mit Fischen plätschert, eine Grotte mit Aquarien und einen kleinen Bachlauf.
Im Frankfurter Palmengarten wartet das Schmetterlingshaus mit 24 Grad und 80 Prozent Luftfeuchte. (Archivbild)Arne Dedert/dpa
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„Am wärmsten ist es aktuell in unserem Schmetterlingshaus“, sagte eine Sprecherin des Palmengartens. Dort herrschten etwa 24 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. „Gut aufwärmen können sich unsere Besucherinnen und Besucher auch in einigen Häusern des Tropicariums.“ Im Dornwälder-Haus beispielsweise könne es in der kalten Jahreszeit bis zu 23 Grad warm sein. „Im Palmenhaus hingegen ist es mit etwa 17 Grad vergleichsweise kühl, aber natürlich immer noch angenehm im Vergleich zu frostigen Außentemperaturen.“
Wohlige Wärme in Hessens Saunen und Thermen
Saunalandschaften und Thermen in Hessen laden bei frostigen Temperaturen zum Aufwärmen und Entspannen ein. Hessens höchstgelegene Heilquelle mit rund 33 Grad warmen Thermalwasser aus 1.000 Meter Tiefe findet man in der Vulkan-Therme im mittelhessischen Herbstein. Zu den jüngsten Angeboten zählt das Lagunenbad in Willingen im Kreis Waldeck-Frankenberg.
Das neu eröffnete Bad bietet auf rund 5.600 Quadratmetern unter anderem jeweils zwei Sole-Innenbecken und -Außenbecken, Gradierwerke und Dampfbäder sowie sechs Saunen. In der Kurhessen-Therme in Kassel kann in bis zu 100 Grad heißen Saunen geschwitzt werden, im Thermalsolebad wird das Wasser zwischen 31 und 37 Grad warm.
Ein Besuch der Sprudelhof-Therme in Bad Nauheim soll bei Verspannungen helfen. (Archivbild)Lando Hass/dpa
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In der Taunus Therme in Bad Homburg wird das Wasser aus der Viktoria-Louise-Quelle auf wohltuende 34,5 Grad erwärmt. In ähnlich warmem Wasser können Besucher auch in der Sprudelhof-Therme in Bad Nauheim entspannen - im „Heißbecken“ lösen sich bei etwa 40 Grad „letzte Verspannungen“, wie die Betreiber erklären.
Schon die Römer wussten vor 2000 Jahren die Thermalquellen in Wiesbaden zu schätzen. „Aquae Mattiacorum“ - Bad der Matthiaker lautete der antike Name für den Ort im Talkessel am Taunus-Hang. In der Landeshauptstadt gibt es insgesamt 26 Thermalquellen, die zu den heißesten Europas zählen.
Die bekannteste und heißeste Thermalquelle in Wiesbaden ist der gegenüber der Staatskanzlei gelegene Kochbrunnen. Er bietet eine Wassertemperatur von rund 66 Grad. Sein Wasser steigt aus gut 2.000 Metern Tiefe empor. Die Brunnenfassung selbst ist 47 Meter tief.
Der Kochbrunnen in Wiesbaden ist die bekannteste und heißeste Thermalquelle der Stadt. (Archivbild)Sebastian Gollnow/dpa
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Der wenige hundert Meter entfernte Bäckerbrunnen in der Innenstadt hat 49 Grad warmes Wasser. Er wurde so benannt, weil bis ins 20. Jahrhundert Bäcker und Metzger das Wasser für ihr Handwerk aus diesem Brunnen holten. Sie bezahlten damals wenige Pfennige für ein 50 Liter-Fass. Heute wird das meiste Thermalwasser in die Bäder der Stadt geleitet, etwa die im Stile antiker römischer Bäder gestaltete Kaiser-Friedrich-Therme.
Trotz Kälte toben
Warme, wetterunabhängige Indoor-Spielorte für Kinder bieten in Hessen Winterspielplätze. In Kassel etwa hält - neben Kirchengemeinden wie der Freien evangelischen Gemeinde Kassel-Wilhelmshöhe und der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kassel-Möncheberg - neuerdings auch die Stadt ein solches Angebot bereit. Ab Freitag erwarten Babys und Kinder bis fünf Jahren im kostenfreien Winterspielplatz jeden Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr in den Räumen des Jugendamtes Krabbeltunnel, Bällebad und Co. Parallel dazu lädt ein gemütlicher Elternbereich mit kostenlosen warmen Getränken, Snacks und Informationsmaterial zum Austausch ein.
Das Winterspielparadies in Marburg öffnet schon seit über einem Jahrzehnt seine Pforten. Das Angebot der Evangelischen Stadtmission bietet im Winterhalbjahr immer donnerstags von 9.30 bis 11.30 Uhr und 15.00 bis 17.00 Uhr unter anderem Hüpfburg, Trampolin, Kuschel- sowie Leseecke und Bobbycar-Bahn.