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Wissen, Wärme, Werte – was Schüler an Lehrern begeistert

Manche Lehrerinnen und Lehrer machen die Schule zu einem Ort, an dem man nicht nur gerne lernt, sondern gerne ist. Zehn bekommen heute den Deutschen Lehrkräftepreis. Was macht sie aus?

Von Verena Schmitt-Roschmann, dpa

23.02.2026

Der Deutsche Lehrkräftepreis würdigt besonders engagierte Lehrerinnen und Lehrer - auf Vorschlag ihrer Schülerinnen und Schüler.Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Deutsche Lehrkräftepreis würdigt besonders engagierte Lehrerinnen und Lehrer - auf Vorschlag ihrer Schülerinnen und Schüler.Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Wer die Schule hinter sich hat, denkt vielleicht mit gemischten Gefühlen an die vielen Jahre im Klassenzimmer. Aber ein, zwei Lehrerinnen und Lehrer bleiben fast jedem in Erinnerung. Was macht sie aus? Und hat sich das verändert in Zeiten von Whiteboard, Tablet und Bildungskrise? Beim Deutschen Lehrkräftepreis prämierten Fachleute in Berlin pfiffige Unterrichtsideen und vorbildliche Schulleitungen. Vor allem aber durften Schülerinnen und Schülern ihre Lieblingslehrer nominieren. Was sie an ihnen schätzen:

Kreativität und Innovationsgeist

Das loben Schülerinnen und Schüler an Preisträger Steffen Haschler, Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik am Gymnasium Englisches Institut in Heidelberg (Baden-Württemberg). Einer seiner Schützlinge schrieb: „Ohne Herrn Haschler wäre der Online-Unterricht während der Coronazeit wahrscheinlich lange nicht existent beziehungsweise katastrophal gewesen.“

Ausgezeichnete Lehrerinnen und Lehrer bleiben ihren Schülerinnen und Schülern in Erinnerung.Bernd von Jutrczenka/dpa

Ausgezeichnete Lehrerinnen und Lehrer bleiben ihren Schülerinnen und Schülern in Erinnerung.Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Verständliche Wissensvermittlung

Damit beeindruckt Serhat Gökce von der Beruflichen Schule 9 in Nürnberg (Bayern). Er lehrt dort Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (KSK). Seine Schüler sehen ihn, so schrieben sie es in ihrer Nominierung, „als den besten Lehrer unserer gesamten bisherigen Schullaufbahn“.

Energie und Leidenschaft

Die Englischlehrerin Fatma Kan von der Integrierten Sekundarschule Quinoa in Berlin ist für ihre Schülerinnen und Schüler ein „echtes Vorbild“, wie es in der Nominierung heißt. „Sie steckt uns mit ihrer Begeisterung an und zeigt uns, dass Lernen auch Spaß machen kann.“

Zehn Lehrerinnen und Lehrer bekommen den Preis. (Archivbild)Felix Kästle/dpa

Zehn Lehrerinnen und Lehrer bekommen den Preis. (Archivbild)Felix Kästle/dpa

© Felix Kästle/dpa

Empathie

Mathematik und Latein lehrt Christin Altenkirch-Borchert an der Gesamtschule Voltaireschule Potsdam (Brandenburg), offenbar so, dass man mitkommt und gerne hingeht. Aus der Schülerschaft schrieb jemand: „Sie hat mich motiviert, gestärkt, begleitet. Und das mit einer Wärme, die ich nie vergessen werde.“

Gut zuhören

Das kann aus Sicht seiner Schülerinnen und Schüler Julian Lee vom Gymnasium Allermöhe in Hamburg. Er unterrichtet Englisch und Philosophie. Über ihn sagen sie: „Er war immer für uns da. Nicht kontrollierend, sondern begleitend.“

Persönlicher Einsatz

Den bringt Roland Struwe an der Eichendorffschule Kelkheim (Hessen), einer kooperativen Gesamtschule, wenn er Geschichte, Politik oder Wirtschaft lehrt. „Jede Stunde ist individuell vorbereitet, er geht auf Stärken und Schwächen seiner Schüler gezielt ein, fördert jede einzelne Stärke und Schwäche individuell“, heißt es über ihn.

Fairness und Respekt

Toni Fischer, Lehrer für Geografie, Geschichte und Sozialkunde an der Realschule Fritz Reuter in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) kennen sie dort als „Menschen, der Schule zu einem Ort macht, an dem man sich wohl und wertgeschätzt fühlt“.

Humor

Unterhaltsam darf Unterricht auch sein, so wie bei Dimitri Fromm von der Janusz Korczak-Gesamtschule in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Er lehrt Mathematik und Physik, und es wirkt offenbar: „Ich habe zum ersten Mal überlegt, später vielleicht etwas in Richtung Technik oder Ingenieur zu machen.“

Eine strenge Korrektur ist nicht das, was die Schülerinnen und Schüler schätzen. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

Eine strenge Korrektur ist nicht das, was die Schülerinnen und Schüler schätzen. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Exzellente Fachkenntnis

Simone Windhüs verbindet das in ihren Fächern Biologie und Mathematik am Landfermann-Gymnasium Duisburg (Nordrhein-Westfalen) mit Unterricht auf Augenhöhe, wie ihre Schülerinnen und Schüler meinen: „eine Mathelehrerin, die begeistert, bewegt und verbindet“.

Werte

Auch Philipp Limmer unterrichtet Mathe und dazu noch Geografie an der Zentralschule Adorf (Sachsen) und auch er wird geschätzt als besonders engagiert, nicht nur im Unterricht. „Heute, nachdem die Schule geschafft ist, bin ich überzeugt, den besten Lehrer gehabt zu haben, den man sich hätte wünschen können“, sagt eine oder einer über ihn.

Neue Ideen

Die zählten in der Preiskategorie „Unterricht innovativ“, in der drei Teams ausgezeichnet wurden: Der erste Preis geht an Jana Rotthoff und Heidi Rupieper von der Schillerschule Oberhausen (Nordhrein-Westfalen). Sie betreuen eine „Schülergenossenschaft“, in der Schüler professionell haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten. 

Bildungsministerin Simone Oldenburg aus Mecklenburg-Vorpommern betont die Bedeutung von Bildung auch für die Demokratie.Bernd von Jutrczenka/dpa

Bildungsministerin Simone Oldenburg aus Mecklenburg-Vorpommern betont die Bedeutung von Bildung auch für die Demokratie.Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Einen „Podcast im Deutschunterricht“ über Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ betreuten Alexandra Baum und Philipp Rohleder an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Griesheim (Hessen) und erhielten dafür den zweiten Preis in dieser Kategorie. 

Das Projekt „Science Fair - Forschen für die Zukunft“ am Deutschhaus-Gymnasium in Würzburg (Bayern) will in der achten Klasse praxisnahes naturwissenschaftliches Forschen anstoßen. Das Projektteam um Holger Seefried, Christiane Fenner, Ilona Landgraf und Hans Paulini wurde mit dem dritten Preis in dieser Kategorie geehrt.

Menschliche Führung

„Vorbildliche Schulleitungen“ waren aus Sicht der Fachjury Jenny Krzyzaniak, Svetlana Thieme, Kati Klinzing von der Denis-Diderot-Schule in Leipzig (Sachsen); Roswitha Malewski, Grundschule Kuppelnau in Ravensburg (Baden-Württemberg) und Carsten Arntz und Kathrin Wichmann, vom Erzbischöflichen Berufskolleg Köln (Nordrhein-Westfalen). Der Deutsche Lehrkräftepreis wird von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband vergeben.

Die Ausgezeichneten kommen aus verschiedenen Bundesländern und von verschiedenen Schulformen. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

Die Ausgezeichneten kommen aus verschiedenen Bundesländern und von verschiedenen Schulformen. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Gute Führung in einer Schule hilft auch beim Lernen.Bernd von Jutrczenka/dpa

Gute Führung in einer Schule hilft auch beim Lernen.Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

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