Wie das größte unterirdische Tanklager weltweit saniert wird
Es war das größte unterirdische Tanklager: Jahrzehntelang lagerten Wehrmacht, US-Army und Bundeswehr dort Kraftstoffe – und verseuchten dabei Boden und Grundwasser. Wie das Gelände nun saniert wird.
Nach der jahrzehntelangen Nutzung sind Boden und Grundwasser erheblich verunreinigt. Sina Schuldt/dpa
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Das Prinzip klingt simpel: verseuchten Boden ausgraben, reinigen, wieder zuschütten. Doch auf dem Gelände des ehemals größten unterirdischen Tanklagers der Welt im Bremer Ortsteil Farge stecken die Schadstoffe viele Meter tief im Erdreich. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) muss dafür rund 185.000 Kubikmeter Boden ausheben und säubern.
Wie Boden und Grundwasser gereinigt werden
Besonders belastet ist das Gelände rund um den Verladebahnhof II, wie die Behörde mitteilte. Dort reichen die Schadstoffe bis zu 30 Meter tief und wandern mit dem Grundwasser Richtung Unterweser.
Mühsam muss der belastete Boden ausgegraben werden.Sina Schuldt/dpa
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Seit Februar wird das belastete Erdreich dort ausgegraben. „Mit dem Bodenaustausch beseitigen wir das Kernproblem - die eigentliche Schadstoffquelle“, erklärt Experte Stefan Ivert. Stark belastetes Material wird in einer Spezialanlage im Industriehafen Bremen aufbereitet.
Parallel dazu sollen neun Brunnen das Grundwasser schützen. Sie pumpen belastetes Wasser ab, das anschließend in einer speziellen Anlage gesäubert wird. Eine ältere Anlage läuft ergänzend weiter - sie hat seit 2010 bereits rund 130 Tonnen Kraftstoffphase aus dem Grundwasser entfernt. Alle Maßnahmen werden laut Behörde kontinuierlich überwacht.
Last aus der Vergangenheit
Das ehemalige Tanklager Bremen-Farge wurde zwischen 1935 und 1943 gebaut. Wehrmacht, später US-Army und Bundeswehr lagerten dort Kraftstoffe und schlugen diese um. Das Gelände bietet Platz für 78 Tanks mit mehr als 300.000 Kubikmeter Fassungsvermögen. Auch zwei Verladebahnhöfe und mehrere Abfüllstellen befanden sich auf dem Gelände.
Das Lager wird seit 2016 stillgelegt, die Anlagen sollen noch in diesem Jahr komplett zurückgebaut werden. Nach der jahrzehntelangen Nutzung sind Boden und Grundwasser erheblich verunreinigt und müssen nun mühevoll saniert werden. Die Arbeiten sollen zwei Jahre dauern und rund 17,5 Millionen Euro kosten.