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Wegners Krisenmanagement - Was er gesagt hat

Was wird aus Kai Wegner? Die Kritik gegen den Regierenden Bürgermeister nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ist so laut wie nie. Von Unwahrheiten und Lügen ist die Rede.

Von dpa

10.07.2026

Beim Besuch einer Notunterkunft hatte Kai Wegner behauptet, am Vortag vormittags telefoniert zu haben. (Archivbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Beim Besuch einer Notunterkunft hatte Kai Wegner behauptet, am Vortag vormittags telefoniert zu haben. (Archivbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Der Anschlag auf das Berliner Stromversorgung am 3. Januar hat einen tagelangen Krisenfall in der Hauptstadt ausgelöst. Für den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner dauert die Krise weiter an - es geht um seine politische Existenz. So hat sich Wegner in den vergangenen Monaten zu seinem vielfach kritisierten Krisenmanagement geäußert:

4. Januar: Beim Besuch einer Notunterkunft sagt Wegner: „Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das hilft den Menschen noch mehr.“ Er sei am ersten Tag des Stromausfalls zu Hause gewesen und habe sich in sein Büro „eingeschlossen“, sagt der CDU-Politiker weiter.

6. Januar: Aus dem Umfeld von Wegner wird Kritik zurückgewiesen. Wegner habe am 3. Januar den ganzen Tag über telefoniert. Das wäre vor Ort im Krisengebiet ohne Internet- und Handyempfang gar nicht möglich gewesen. Ebenso werden Behauptungen zurückgewiesen, Wegner habe sich gar nicht in Berlin aufgehalten.

7. Januar: Im Interview bei Welt TV räumt Wegner nach einer RBB-Recherche ein, am Tag des Stromausfalls Tennis gespielt zu haben. „Ich habe von 13.00 bis 14.00 Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte“, sagt er. Zuvor habe er sich jedoch intensiv mit dem Stromausfall beschäftigt. „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen. Ich habe mit den Krisenstäben telefoniert, mit Stromnetz“, sagt Wegner weiter.

In der RBB-„Abendschau“ äußert er sich dann selbstkritisch: „Rückblickend hätte ich das am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag gemacht habe“, sagt Wegner. 

15. Januar: Der Stromausfall ist Thema im Abgeordnetenhaus - und Wegner gibt sich erneut selbstkritisch: „Rückblickend hätte ich bereits am Sonntag sagen müssen, dass ich eine Stunde Sport gemacht habe“, sagt er in einer Regierungserklärung

23. März: Wegner äußert sich im Gespräch mit „Bild“: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen. Es tut mir aufrichtig leid.“ Er habe aber nicht bewusst getäuscht, seinen Job gemacht und am Vormittag des 3. Januar vor allem mit Textnachrichten kommuniziert. Von Telefonaten gleich am Morgen ist anders als in den Äußerungen am 7. Januar jetzt nicht mehr die Rede.

7. Juli: Eine „Tagesspiegel“-Recherche erhöht den Druck auf Wegner und bringt endgültige Klarheit. Es sei „vor 12:45 Uhr kein Telefonat geführt“ worden, erklärt die Senatskanzlei. „Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt.“

Beim Berliner Hoffest äußert sich Wegner am Abend im RBB-Interview dann so: „Das hatten wir ja schon im März bestätigt, dass ich zwei Telefonate am Vormittag geführt habe, den Rest über Textnachrichten.“ Mit „am Vormittag“ habe Wegner allerdings nicht die Zeit bis um 12 Uhr gemeint, sondern den Zeitraum vor seinem Tennisspiel um 13 Uhr, stellte ein Senatssprecher gegenüber dem Sender klar.

8. Juli: Wegner äußert sich auf X zu den neuen Vorwürfen. Er bedauere den Eindruck, der durch seine Äußerungen Anfang Januar entstanden sei und verweist auf seine Äußerungen in der „Bild“ im März.

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