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Was Littbarski und Rummenigge an Nationalspielern vermissen

Pierre Littbarski wurde Fußball-Weltmeister, Karl-Heinz Rummenigge war zweimal nah dran. Jetzt sagen sie, was sie von ihren Nachfolgern in der Nationalmannschaft halten.

Von dpa

08.10.2026

Pierre Littbarski, Karl-Heinz Rummenigge und Toni Schumacher erinnerten sich in München an das dramatische WM-Halbfinale 1982 gegen Frankreich.René Chlopotowski/dpa

Pierre Littbarski, Karl-Heinz Rummenigge und Toni Schumacher erinnerten sich in München an das dramatische WM-Halbfinale 1982 gegen Frankreich.René Chlopotowski/dpa

© René Chlopotowski/dpa

Die früheren Fußball-Stars Karl-Heinz Rummenigge (71) und Pierre Littbarski (66) hadern mit ihren heutigen Nachfolgern in der Nationalmannschaft. Sie wünschen sich mehr „Typen“, mehr Verlässlichkeit, mehr „Thrill“ - und „schwere Muskeln“, wie die Ex-Nationalspieler im Münchner Residenztheater nach der Aufführung des Dokumentartheaters „Die Nacht von Sevilla“ mit Schauspieler Peter Lohmeyer sagten. 

In dem Stück von Manuel Neukirchner geht es um das legendäre Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien.

Pierre Littbarski wurde 1990 Weltmeister.René Chlopotowski/dpa

Pierre Littbarski wurde 1990 Weltmeister.René Chlopotowski/dpa

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„Ein richtiger Nationalspieler, der ist 10, 15 Jahre da“, betonte Littbarski, der 1982 mit der DFB-Auswahl das Endspiel erreichte und 1990 in Italien Weltmeister wurde. „Das lag an den Typen.“ Er hoffe, dass es diese irgendwann wieder geben werde in der nun von Jürgen Klopp trainierten Nationalmannschaft. 

Littbarski wünscht sich mehr als „Gequake“

Er habe sich damals auf Mitspieler wie Rummenigge oder Torwart Toni Schumacher (72) zu 100 Prozent verlassen können. „Das haben wir heute leider nicht mehr.“ Er wünsche sich das aber „in der heutigen Zeit neben dem ganzen Gequake“.

Das dramatische Halbfinale in Sevilla, das Deutschland nach einem 3:3 nach Verlängerung mit 5:4 im Elfmeterschießen gewann, sei ein „Jahrhundertspiel“ gewesen. Diesen „Thrill“ vermisst Rummenigge inzwischen bei seinen Nachfolgern im Nationalteam. „Das sieht man leider in den letzten vier bis fünf Turnieren nicht mehr“, kritisierte er. 

Rummenigge vermisst „die schweren Muskeln“

„Die ganze Welt hatte immer Angst vor den schweren Muskeln der Deutschen“, sagte der frühere Kapitän der Nationalmannschaft, der 1982 in Spanien und 1986 in Mexiko im WM-Finale stand. „Das gibt es leider seit 2016 überhaupt nicht mehr.“ Damals erreichte das DFB-Team bei der EM in Frankreich letztmals ein Halbfinale. 

Karl-Heinz Rummenigge war bei den WM-Endspielen 1982 und 1986 dabei.René Chlopotowski/dpa

Karl-Heinz Rummenigge war bei den WM-Endspielen 1982 und 1986 dabei.René Chlopotowski/dpa

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Auch Rummenigge kommt zu dem Schluss: „Wir brauchen mehr Typen wieder.“ Er hoffe, dass das Team unter Klopp „wieder auf den Pfad der Tugend“ zurückkehre. „Vielleicht hat er das Rezept.“

Brutaler Zwischenfall zwischen Schumacher und Battiston

Das Dokumentartheaterstück stellt - mit Originalzitaten der deutschen und französischen Protagonisten von damals - auch einen wenig erfreulichen Moment aus dem Halbfinale 1982 in den Mittelpunkt: den brutalen Zusammenprall zwischen dem herauslaufenden Torwart Schumacher und dem Franzosen Patrick Battiston, der danach bewusstlos liegen blieb, in der 57. Spielminute. Der Schiedsrichter hatte dabei kein Foul gesehen.

Die berüchtigte 57. Spielminute von Sevilla (Archivbild). -/dpa

Die berüchtigte 57. Spielminute von Sevilla (Archivbild). -/dpa

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Er sei danach in Frankreich in einer Umfrage zum meistgehassten Deutschen gewählt worden - noch vor Adolf Hitler, sagte Schumacher in München. Er habe Personenschutz bekommen, man habe gedroht, seine Kinder zu entführen. Zwar sagte er: „Wenn dieser Ball heute wieder gespielt würde, wäre ich wieder unterwegs.“ Er wisse heute aber auch, dass es vor 44 Jahren ein Fehler gewesen sei, sich nicht um den verletzten Battiston gekümmert zu haben.

Eine Aktion von Torwart Toni Schumacher (l) sorgte noch lange Zeit nach dem Spiel für große Aufregung.René Chlopotowski/dpa

Eine Aktion von Torwart Toni Schumacher (l) sorgte noch lange Zeit nach dem Spiel für große Aufregung.René Chlopotowski/dpa

© René Chlopotowski/dpa

„Ich hätte Dich damals schon so weise erleben wollen wie heute“, sagte Rummenigge. Als er ihm nach dem Spiel vorgeschlagen hatte, zu den Franzosen in die Kabine zu gehen und sich zu entschuldigen, habe Schumacher das nämlich abgelehnt und Rummenigge allein gehen lassen. „Wär nicht schlecht gewesen, wenn Du damals schon mitgegangen wärst.“

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