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Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr

In zahlreichen Städten dürfte es am Montag zu großen Einschränkungen kommen, weil viele Busse, Trams und U-Bahnen im Depot bleiben. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Von dpa

01.02.2026

Im Tarifkonflikt im bayerischen Nahverkehr setzt die Gewerkschaft Verdi auf Warnstreiks. (Archivbild)Peter Kneffel/dpa

Im Tarifkonflikt im bayerischen Nahverkehr setzt die Gewerkschaft Verdi auf Warnstreiks. (Archivbild)Peter Kneffel/dpa

© Peter Kneffel/dpa

Weite Teile des Nahverkehrs in bayerischen Städten werden am Montag voraussichtlich ausfallen. Die Gewerkschaft Verdi hat im aktuellen Tarifkonflikt zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die meisten U- und Trambahnen werden daher stehenbleiben, zudem viele Busse. Die S-Bahnen in München Nürnberg sind nicht betroffen, da sie von der Deutschen Bahn betrieben werden. 

Die stärksten Auswirkungen erwartet Verdi in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt. Geringer sollen die Einschränkungen in Bayreuth, Schwabach und Ingolstadt sein. 

Nicht alle Busse bleiben stehen

In den meisten Städten werden nicht alle Busse, Trams und U-Bahnen ausfallen. Zum einen wird ein Teil der Busse von beauftragten Unternehmen betrieben, die nicht unter den Tarifvertrag fallen, zum anderen liegt die Streikbeteiligung erfahrungsgemäß nicht bei 100 Prozent. 

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erwartet bei Bussen einen stark eingeschränkten Betrieb. Die U-Bahn bleibe aus Sicherheitsgründen zunächst außer Betrieb. Ob später zumindest eine Linie fahren könne, hänge davon ab, ob genug Personal den Dienst antrete. Ähnlich sei die Situation bei der Tram. In Nürnberg sollen die U-Bahnen stehen bleiben. Bei den Bussen ist geplant, auf Basis der Nachtlinien 14 Linien zu betreiben, die jeweils zur vollen Stunde am Hauptbahnhof starten. 

Großer Unterschied zwischen Angebot und Forderung

Hintergrund des bundesweiten Warnstreiks sind die aktuellen Tarifverhandlungen für den Nahverkehr, die bisher nicht zu einem Ergebnis gekommen sind. Die Gewerkschaft fordert dabei unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie die Reduzierung der Wochenarbeitszeit um 3,5 Stunden auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

Die Arbeitgeber halten dies für unerfüllbar und hatten stattdessen unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um mindestens 5,0 Prozent in zwei Schritten vorgeschlagen. Zudem sollten Ausbildungsgehälter in zwei Schritten um insgesamt 150 Euro steigen - jeweils bei einer Laufzeit bis Ende 2027.

In Bayern findet der Tarifvertrag Nahverkehr laut Verdi in mehr als 20 Unternehmen Anwendung und regelt damit die Entgelte und Arbeitsbedingungen von rund 9.000 Beschäftigten. 2023 waren bis zu einer Einigung fünf Verhandlungsrunden nötig. Auch damals gab es Warnstreiks.

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